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VSU-Schlagzeilen

Villeroy & Boch erwartet Erholung im zweiten Halbjahr / Saar-Gastgewerbe beklagt massive Umsatzverluste / Wirtschaft erwartet langsamen Aufschwung

Saarland
Villeroy & Boch erwartet Erholung im zweiten Halbjahr
Saar-Gastgewerbe beklagt massive Umsatzverluste  
Wirtschaft erwartet langsamen Aufschwung

Arbeitswelt
BA-Atlas: Weiterhin deutliche Verdienstunterscheide zwischen Ost- und Westdeutschland
ifaa-Trendbarometer Arbeitswelt: Corona verändert die Sichtweise auf die Arbeitswelt
 
Konjunktur
Elektroexporte schrumpfen im Mai erneut um ein Fünftel
Erzeugerpreise Juni 2020 unverändert zum Vormonat
 
Wirtschaftspolitik
Neue Brexit-Gesprächsrunde begonnen
 
Steuern / Haushalt
Steuereinnahmen im Juni um 19 Prozent gesunken
EU-Gipfel: Einigung auf Corona-Paket
 
Personalie
Eurogruppenchef Donohoe jetzt auch Chefkontrolleur bei Rettungsfonds ESM

 

Saarland

Villeroy & Boch erwartet Erholung im zweiten Halbjahr
Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat infolge der Corona-Krise im ersten Halbjahr 2020 rote Zahlen geschrieben. Weil weltweit Standorte geschlossen waren, schrumpfte der Umsatz auf 340 Millionen Euro. Zuletzt zogen die Auftragseingänge aber wieder an. Im ersten Quartal des Jahres ist der Gewinn geschrumpft, im zweiten Quartal ist er regelrecht eingebrochen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei einem Minus von zehn Millionen Euro. Wegen der Corona-Pandemie ist die Nachfrage eingebrochen, die Produktion wurde gestoppt oder gedrosselt. Im zweiten Halbjahr will Villeroy & Boch nun aber aufholen: Seit Juni steigt der Auftragseingang. Die Produktion läuft wieder, Kurzarbeit wurde reduziert, sagte eine Sprecherin. Für 2020 erwartet das Unternehmen insgesamt einen Umsatzrückgang von zehn Prozent und ein Ergebnis unter dem Vorjahr. Trotz des Umsatzeinbruches denkt V&B weiter über den Kauf des Armaturenherstellers Ideal Standard nach. Villeroy & Boch beschäftigt weltweit knapp 7000 Mitarbeiter, davon 1900 im Saarland. (Quelle: SR)

Saar-Gastgewerbe beklagt massive Umsatzverluste  
Die Corona-Krise trifft die Hoteliers und Gastwirte im Saarland hart. „Ich schätze bei der Stadt-Hotellerie liegen wir im Schnitt bei einem Umsatzrückgang von 70 Prozent. In der Ferien-Hotellerie rechne ich mit 40 bis 55 Prozent“, sagt Gudrun Pink, Präsidentin des saarländischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). Das Umsatzminus der Saar-Gastronomie bewegt sich laut Pink in einem ähnlich hohen Bereich: „Hier kann man mit 60 bis 70 Prozent rechnen.“
Im gesamten Bundesgebiet müssen Hoteliers und Gastwirte hohe Umsatzeinbußen beklagen. Laut Statistischem Bundesamt kam es im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat zu einem dramatischen Rückgang von jeweils rund 64 Prozent. In den ersten fünf Monaten belief sich das Minus auf rund 40 Prozent.  (Quelle: Saarbrücker Zeitung)

Wirtschaft erwartet langsamen Aufschwung
Die deutsche Wirtschaft ist aus Sicht von Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), trotz der Lockerungen in der Corona-Krise noch lange nicht über den Berg. „Der Einbruch ist tief, der Weg heraus führt nicht so steil wieder nach oben wie viele im Frühjahr gehofft haben“, sagte Schweitzer. Der DIHK-Präsident sprach sich deshalb für zusätzliche milliardenschwere Staatshilfen aus. Laut DIHK-Umfragen „sehen 40 Prozent der Unternehmen Liquiditätsengpässe. Fast die Hälfte berichtet von schwindendem Eigenkapital durch starke Verluste“, sagte Schweitzer. Zehn Prozent dieser Unternehmen sähen sich von der Insolvenz bedroht.  
Auch im Saarland „ist eine schnelle Erholung wenig wahrscheinlich“, sagte Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). Laut Schlechter kam es durch die Corona-Pandemie zu einem massiven Rückgang von Angebot und Nachfrage. „Einerseits waren weltweit die Lieferketten gestört, weshalb es in den Unternehmen zu Zuliefer-Problemen kam. Auf der anderen Seite ist durch den umfassenden Lockdown die Nachfrage weitgehend eingebrochen“, sagte Schlechter. Für Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland, ist das kleinste deutsche Flächenland sogar „stärker von der Krise betroffen als Deutschland insgesamt“. Das liege ganz besonders am noch vor der Corona-Pandemie eingeleiteten wirtschaftlichen Strukturwandel der Unternehmen; „besonders in der Automobil- und Stahlindustrie“, sagte Klingen. (Quelle: Saarbrücker Zeitung)


Arbeitswelt
 
BA-Atlas: Weiterhin deutliche Verdienstunterscheide zwischen Ost- und Westdeutschland
Wer wie viel verdient, hängt in Deutschland stark vom Wohnort ab, wobei nach wie vor der Ost-West-Unterschied eine große Rolle spielt, zeigt der BA-Entgeltatlas 2019. Demnach hat Wolfsburg Ingolstadt als Ort mit dem höchsten mittleren Brutto-Einkommen in Deutschland abgelöst: In Wolfsburg wurden 2019 demnach im Mittel 5.089 Euro pro Monat verdient; es folgten die bayerischen Städte Ingolstadt mit 5.004 und Erlangen mit 4.907 Euro. Nach Bundesländern wird im Mittel in Hamburg mit 3.820 Euro am meisten verdient – gut 400 Euro mehr als im Mittel von Gesamtdeutschland. Den schlechtesten Verdienst haben mit 2.608 Euro im Mittel die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt ist die Bezahlung im Osten Deutschlands häufig deutlich geringer als im Westen. Die untersten 59 Plätze der nach Landkreisen und kreisfreien Städten geordneten Tabelle belegen Gebietskörperschaften aus den neuen Bundesländern, bevor mit dem Landkreis Südwestpfalz und einem mittleren Bruttoeinkommen von 2.763 Euro der erste westdeutsche Landkreis folgt. Am wenigsten wird weiterhin im sächsischen Kreis Görlitz mit einem mittleren Bruttoeinkommen von 2.380 Euro bezahlt, auf den nächsten Plätzen folgen der Erzgebirgskreis und der Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Allerdings: Auch in ostdeutschen Städten kann gut verdient werden. So liegen Dresden und Potsdam mit etwa 3.200 Euro gleichauf mit den bayerischen Städten Rosenheim und Straubing. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
ifaa-Trendbarometer Arbeitswelt: Corona verändert die Sichtweise auf die Arbeitswelt
Die aktuelle Auswertung der ifaa-Trendanalyse zur Arbeitswelt zeigt, dass in der gegenwärtigen "Corona"-Lage einige betriebs- und arbeitsorganisatorische Themen anders beurteilt werden als in "normalen" Zeiten. Die befragten 118 Fach- und Führungskräfte sind der Meinung, dass die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise zu Anpassungen der betrieblichen Abläufe und dem Einsatz von Personal in den nächsten Jahren führen werden. "Mit den für die deutschen Unternehmen als sehr bedeutend eingeschätzten Themen Produktionssysteme/Lean Management, mobile Arbeit und Arbeitszeitflexibilität, Digitalisierung & Industrie 4.0, Fachkräftesicherung, kontinuierliche Verbesserung und Prozessorganisation steht an der Spitze der Bewertungen ein starkes Bündel, das geeignet ist, auch die weiteren Folgen und Herausforderungen der Krise in den nächsten Jahren meistern zu können. Die Zeichen der Zeit sind in den Unternehmen erkannt worden", erklärte ifaa-Direktor Stowasser. Mobile Arbeit (Homeoffice) habe durch die Corona-Krise einen enormen Schub bekommen. Unternehmen wurden von jetzt auf gleich gezwungen, sich anzupassen, digital aufzurüsten oder die bereits vorhandenen digitalen Strukturen zu nutzen. "Die Krise hat gezeigt, wie flexibel Unternehmen und Beschäftigte sein können, wenn es drauf ankommt. Daran müssen wir anknüpfen", so Stowasser. Dass die Beschäftigten hier eine tragende Rolle spielen, schlägt sich in dem ebenfalls stärker bewerteten Thema Arbeitszufriedenheit nieder. Mehr Flexibilität ist von allen betrieblichen Akteuren hinsichtlich Arbeitszeit und -ort gefordert, bei sich gleichzeitig weiterentwickelnden Strukturen und Abläufen in den Betrieben. (Quelle: ifaa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Konjunktur
 
Elektroexporte schrumpfen im Mai erneut um ein Fünftel
Die Corona-Krise hat die Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie auch im Mai um etwa ein Fünftel schrumpfen lassen. Die Exporte sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21,2 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro, berichtet der ZVEI. Kumuliert von Januar bis Mai dieses Jahres belief sich das Ausfuhrminus auf 9,2 Prozent – bei Lieferungen im Wert von 80,9 Milliarden Euro. Die Exporte ins europäische Ausland sanken im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,8 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Besonders deutlich waren die Rückgänge nach Frankreich (minus 28,4 Prozent), Spanien (minus 27,3 Prozent) und Großbritannien (minus 23,0 Prozent). Nach China gingen 1,3 Prozent weniger Elektroexporte. Von Januar bis Mai stiegen die Ausfuhren nach China trotz der Corona-Pandemie, die in dem Land zuerst ausgebrochen war, um 4,8 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Die Elektrolieferungen in die USA brachen im Mai um 38,0 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro ein. In den ersten fünf Monaten belief sich der Exportrückgang in die Vereinigten Staaten auf 10,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtzeitraum von Januar bis einschließlich Mai dieses Jahres nahmen die Branchenexporte nach Europa um 10,5 Prozent auf 51,0 Milliarden Euro ab. In der EU wurden mit 44,0 Milliarden Euro insgesamt 11,5 Prozent weniger abgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Ausfuhren in den Euroraum waren hier um 13,7 Prozent auf 25,3 Milliarden Euro rückläufig.
Mit 12,9 Milliarden Euro lagen die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland im Mai 14,1 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Zwischen Januar und Mai 2020 fielen sie um 8,1 Prozent auf 75,0 Milliarden Euro. (Quelle: ZVEI, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
Erzeugerpreise Juni 2020 unverändert zum Vormonat
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Juni 2020 um 1,8 Prozent niedriger als im Juni 2019 und blieben gegenüber dem Vormonat unverändert, berichtet das Statistische Bundesamt. Im Mai 2020 hatte die Jahresveränderungsrate bei minus 2,2 und im April bei minus 1,9 Prozent gelegen. Von Januar bis Mai fielen die Erzeugerpreise um 2,2 Prozent. Vorleistungsgüter waren im Juni 2020 um 2,5 Prozent billiger als im Juni 2019. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen mit minus 9,9 Prozent; dagegen waren Edelmetalle und Halbzeug daraus 21,7 Prozent teurer als im Juni 2019. Die Preise für Investitionsgüter, wie beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, waren 1,2 Prozent höher als im Juni 2019. (Quelle: destatis, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Wirtschaftspolitik
 
Neue Brexit-Gesprächsrunde begonnen
Großbritannien und die EU versuchen in einer neuen Gesprächsrunde, ihren Streit um ein Brexit-Anschlussabkommen beizulegen. Bei einer Reihe wichtiger Themen gebe es allerdings noch Differenzen, sagte ein britischer Regierungssprecher, betonte jedoch, gleichwohl solle möglichst bald Klarheit herrschen: "Wir wollen nicht, dass sich die Gespräche in den Herbst hinziehen." Die Gesprächsrunde begann am Montagabend und endet am Donnerstag. Gelingt kein Vertrag über die künftigen Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen. Eine Verlängerung der Verhandlungsfrist hat London strikt abgelehnt. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Steuern / Haushalt
 
Steuereinnahmen im Juni um 19 Prozent gesunken
Wegen der Corona-Pandemie sind die Steuereinnahmen des Staates ohne Gemeindesteuern im Juni um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen, wie aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. "Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die aufgrund dieser Krise umgesetzten steuerlichen Maßnahmen belasteten weiterhin das Steueraufkommen signifikant", heißt es darin. Unter anderem gehörten zu den Maßnahmen herabgesetzte Vorauszahlungen sowie gewährte Stundungen. Die Gemeinschaftssteuern, die Bund, Ländern und Kommunen gemeinschaftlich zustehen, gingen laut dem Monatsbericht um 20,6 Prozent zurück. Die Bundessteuern sanken um 13,9 Prozent; bei den Ländersteuern stand unter dem Strich ein Plus von 16,5 Prozent. Besonders die Einnahmen aus der Erbschaftssteuer legten mit plus 44,7 Prozent deutlich zu. Im gesamten ersten Halbjahr sank das Steueraufkommen um 9,1 Prozent. Die Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern verringerten sich um 10,6 Prozent. Das Aufkommen der Bundessteuern sank um 5,0 Prozent, die reinen Ländersteuern verzeichneten dagegen einen Einnahmezuwachs von 8,8 Prozent. Die gesamten Einnahmen des Bundeshaushalts lagen im ersten Halbjahr 2020 laut Finanzministerium bei rund 149,3 Milliarden Euro – rund 12,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Ausgaben beliefen sich auf 200,1 Milliarden Euro (plus 16 Prozent). Der überwiegende Teil der höheren Ausgaben sei für Corona-Soforthilfen für kleine Unternehmen und Soloselbstständige aufgewendet worden. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
EU-Gipfel: Einigung auf Corona-Paket
Nach mehr als viertägigen Verhandlungen hat sich der EU-Sondergipfel auf ein Haushalts- und Finanzpaket von insgesamt 1,8 Billionen Euro verständigt – davon 1.074 Milliarden Euro für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen und 750 Milliarden Euro für ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise. Gleichzeitig soll in den Umbau in eine digitalere und klimafreundlichere Wirtschaft investiert werden. Dafür werden erstmals im großen Stil im Namen der EU Schulden aufgenommen, das Geld umverteilt und gemeinsam über Jahrzehnte getilgt. Am Montag waren zwei der umstrittensten Einzelpunkte gelöst und damit der Weg zum Gesamtdeal freigemacht worden. Zum einen fand man einen Kompromiss zum Kern des Corona-Programms: Die sogenannten sparsamen Staaten akzeptierten, dass gemeinsame Schulden aufgenommen werden und das Geld als Zuschuss an EU-Staaten geht. Im Gegenzug willigten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ein, die Summe dieser Zuschüsse aus dem Corona-Programm von 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden zu verringern. Dazu kommen 360 Milliarden Euro, die als Kredit vergeben werden. Am Montagabend fand der Gipfel dann eine Formel zur Koppelung von EU-Geldern an die Rechtsstaatlichkeit, die alle 27 Staaten annahmen. (Quelle: dpa, Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Personalie
 
Eurogruppenchef Donohoe jetzt auch Chefkontrolleur bei Rettungsfonds ESM
Der irische Finanzminister Donohoe ist als neuer Eurogruppenchef auch zum Chefkontrolleur des Rettungsfonds ESM ernannt worden. Er sei in dieser Funktion rückwirkend zum 17. Juli Nachfolger des Portugiesen Centeno, teilte der ESM mit. ESM-Chef Regling sagte, Donohoe sei einer der am längsten agierenden Finanzminister in der Euro-Zone, seit 2017 im Amt. In dieser Zeit sei Irland eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Europa gewesen. Als wichtige Aufgaben nannte Regling, auf mögliche Anfragen zu Corona-bedingten Hilfskrediten des ESM zu antworten und die Reform des europäischen Rettungsfonds voranzutreiben. (Quelle: Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall)