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Dienstag. 31. März 2020

Corona-Krise treibt die Kurzarbeit

Anzeigen steigen im März massiv an

In den letzten beiden März-Wochen sind im Saarland rund 5 000 Anzeigen zu Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen eingegangen. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Dabei handelt es sich um Betriebe, die nach eigenen Angaben die Kurzarbeit infolge der Ausbreitung des Coronavirus angezeigt haben. Die Nachfrage ist in allen Bundesländern hoch. Da die Daten zu den Kurzarbeit-Anzeigen wöchentlich ausgezählt werden, bilden diese den Stand zum 27.03.2020 ab.
Zum Vergleich: Im Januar 2020 gingen im Saarland lediglich 57 Anzeigen ein.
Die Unternehmen versuchen, wie 2008/2009 in der Finanz- und Wirtschaftskrise, ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten - mit Kurzarbeit, die genau dafür da ist, Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Deshalb sei es gut, dass so viele Unternehmen jetzt davon Gebrauch machen, heißt es von der BA. Damals war vor allem die Industrie von der krisenhaften Entwicklung betroffen. Heute sind neben der Industrie auch viele Dienstleistungsbereiche betroffen, die mit dem Instrument der Kurzarbeit noch nie Berührung hatten. Die Folgen der Corona-Wirkungen am Arbeitsmarkt treffen Geschäfte, Cafés, Arztpraxen, sie treffen den Tourismusbereich – um nur einige Beispiele zu nennen.

„Beschäftigte, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verunsichert und stehen vor erheblichen finanziellen, teils existenziellen Herausforderungen. Wir wollen die Betroffenen in dieser besonderen Situation unterstützen und damit Entlassungen von Beschäftigten möglichst vermeiden“, sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
Unabhängig vom aktuellen Haushaltsansatz für Kurzarbeitergeld stehen in der Rücklage der BA aktuell rund 26 Milliarden Euro zur Verfügung. „Viele betroffene Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe haben sehr weitgehende Fragen. Sie sind das erste Mal überhaupt mit Kurzarbeit konfrontiert und suchen nach Orientierung“, sagt Schulz weiter. “Die Bearbeitung von Leistungsfragen und Leistungsanträgen hat für uns absolute Priorität. Die Kolleginnen und Kollegen in den Kurzarbeit-Teams der Arbeitsagenturen setzen in dieser schwierigen Zeit alles daran, Antragstellung und Antragsbearbeitung so zügig wie möglich abzuwickeln. Dafür verstärken wir unser Personal in diesen Teams zurzeit massiv.“