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Dienstag. 24. September 2019

Von Arbeitszeit 1.0 zu Arbeitszeit 4.0

Arbeitgeberverband: Saarland sollte sich bayerischer Bundesratsinitiative für flexiblere Arbeitszeiten anschließen

Die saarländischen Arbeitgeber fordern die saarländische Landesregierung auf, sich der bayerischen Bundesratsinitiative für flexiblere Arbeitszeiten anzuschließen. Vergangene Woche hatte Bayern angekündigt, über diese Initiative die Regelung für die tägliche Höchstarbeitszeit zu lockern. „Wir freuen uns, dass Bayern dieses wichtige Thema aufgegriffen hat. Denn eine Überarbeitung des Arbeitszeitgesetzes ist seit Jahren überfällig.“

Seit Jahren kritisieren die Saar-Unternehmen die starren Arbeitszeitregeln, die eine tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden und eine ununterbrochene Mindestruhezeit von elf Stunden vorsehen. „Diese Regeln haben mit der beruflichen Realität vieler Beschäftigter nichts mehr zu tun“, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). „Wir brauchen deutlich flexiblere Lösungen, die auf der einen Seite die betrieblichen Belange und auf der anderen Seite die Mitarbeitergesundheit berücksichtigen.“ Ziel ist es dabei nicht, das Arbeitszeitvolumen insgesamt zu erhöhen, sondern eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit. „Es muss möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt“, sagt Schlechter.

Die Arbeitszeitbestimmungen stammen im Wesentlichen noch aus den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals beruhte Arbeit darauf, dass alles an einem Ort, in einem festgefügten Rahmen und mit einem klaren Anfang und Ende erledigt wurde. Mit der zunehmenden Digitalisierung, neuen Produktionsabläufen sowie neuen Kundenwünschen hat sich die Arbeits- und Lebensrealität massiv verändert. „Um den veränderten Lebensumständen gerecht zu werden, müssen wir unsere veralteten Arbeitszeitregelungen an die neue Welt der Arbeit und der Gesellschaft anpassen.“

In einer Zeit mit immer flexibleren Arbeitsformen muss sich deshalb auch das Arbeitszeitgesetz neu anpassen. So gibt es zunehmend Beschäftigte, die den Arbeitsalltag zugunsten der Familie für einige Stunden unterbrechen möchten, um dann am Abend die letzten beruflichen Aufgaben zu erledigen. „Das muss in der heutigen Zeit möglich sein. 

Schlechter zufolge wäre es schon ein deutlicher Fortschritt, wenn Deutschland beim Arbeitszeitgesetz die erheblich flexibleren Regeln des EU-Rechts mit einer Wochenhöchstarbeitszeit übernehmen würde.  Längere Schichten an einem Tag können dann an einem anderen Tag ausgeglichen werden. „Wir benötigen mehr individuellen Spielraum, um die gemeinschaftlichen Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern besser abbilden zu können.“

Rückfragen gerne an:
Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
Tel.    0681 9 54 34-28
E-Mail wollschlaegermesaar.de