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PM: Der Kunstpreis Andrea Neumann 2026_2027 geht an Julien Hübsch

Luxemburger Künstler setzte sich in einem Feld von 86 Bewerbungen durch

Der Preisträger des Andrea Neumann Kunstpreises 2026_27 steht fest. In ihrer Sitzung am 24. April 2026 sprach sich die Jury einstimmig für den Luxemburger Künstler Julien Hübsch aus.

Julien Hübsch ist 1995 in Luxemburg geboren. Er hat an der Kunsthochschule in Mainz studiert und 2023 mit Diplom abgeschlossen.

Seit 2020 beschäftigt sich der Künstler intensiv mit der Metzeschmelz in Esch-sur-Alzette, einem Stahlwerk, das sich seit 15 Jahren im Rückbau befindet. Nachdem er 2022 vor Ort eine große Installation zeigen durfte, ist er immer wieder zurückgekehrt, um Material sammeln zu können. 2023 erhielt Julien Hübsch sein Diplom an der Kunsthochschule Mainz in der Klasse für „expanded painting“. Bei der Diplomausstellung zeigte er erste Arbeiten, die sich aus dem gefundenen Material generierten.

In der Jurybegründung heißt es: „Julien Hübsch setzt sich auf überzeugende und eigenständige Weise mit der industriellen Vergangenheit der Großregion auseinander. In seinen Arbeiten verwendet er Materialien aus dem Kontext der ehemaligen Hüttenindustrie und überführt diese in eine zeitgenössische künstlerische Sprache.

Ausgehend von einer malerischen Praxis entwickelt Hübsch eine präzise Sensibilität für Farbkomposition und Form. Die von ihm gesammelten Materialien aus dem urban-industriellen Raum werden nicht nur zum Träger historischer Bedeutung, sondern zum eigentlichen Werkstoff seiner Kunst. Daraus entstehen ästhetisch überzeugende Arbeiten, die den Blick auf kulturhistorische Zusammenhänge schärfen und Fragen nach Identität und Erinnerung aufwerfen.

Die Jury würdigt insbesondere Hübschs starken gestalterischen Willen sowie seine intensive und kritische Auseinandersetzung mit Materialität. Seine Werke eröffnen den Betrachterinnen und Betrachtern einen vielschichtigen Zugang – sowohl zur Herkunft und Geschichte der verwendeten Materialien als auch zu deren formal strenger und unmittelbarer Wirkung im künstlerischen Kontext.“

Der Kunstpreis Andrea Neumann ist mit 5000 Euro dotiert und umfasst die Realisierung einer Ausstellung, die im kommenden Jahr im Saarländischen Künstlerhaus in Saarbrücken gezeigt und mit einem Ausstellungskatalog dokumentiert wird. Der Preis wird von der der Stiftung des Verbandes der Metall- & Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar) finanziert und vom Saarländischen Künstlerhaus Saarbrücken e.V. verantwortet.

Der Preis ist der im Jahr 2020 gestorbenen saarländischen Malerin Andrea Neumann gewidmet, die über viele Jahre die Kunstszene im Saarland als Künstlerin maßgeblich geprägt hat. Sie wirkte auch als Kuratorin und gestaltete als stellvertretende Vorsitzende des Saarländischen Künstlerhauses Saarbrücken e.V. dessen Entwicklung mit. Vor allem lag ihr die Vernetzung der Kunstschaffenden in der Großregion am Herzen. Deswegen wurde der Preis über die gesamte Großregion ausgeschrieben.

„Julien Hübsch gelingt es, Industriekultur mit seiner Kunst greifbar zu machen. Damit regt er die kritische Auseinandersetzung mit unserer industriellen Herkunft an und schlägt eine Brücke zur Neuzeit“, sagt Oswald Bubel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung ME Saar. „Aus unserer Sicht ist er ein würdiger Preisträger für den Kunstpreis Andrea Neumann, der seit vier Jahren die saarländische Künstlerszene bereichert. Wir sind jetzt schon gespannt auf die Ausstellung Ende kommenden Jahres.“

Die Resonanz auf die Ausschreibung war groß: Die Jury hat sich in ihrer Sitzung mit 86 Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern sowie Künstlergruppen auseinandergesetzt. 21 Bewerbungen kamen aus dem Saarland, 23 aus Rheinland-Pfalz, 25 aus Luxemburg, 9 aus Lothringen und 8 aus Wallonien. „Das Niveau der Einreichungen war hoch, was die Entscheidung nicht gerade leicht gemacht hat“, sagt Maja Andrack, die der Jury als Vorsitzende des Saarländischen Künstlerhauses angehörte. „Gleichzeitig zeigt die Qualität der Bewerbungen, wie sinnvoll der Kunstpreis Andrea Neumann in der Großregion ist. Über diesen Erfolg haben wir uns sehr gefreut.“

Weitere Jurymitglieder waren Ida Neumann, die Tochter der Künstlerin Andrea Neumann, Dr. Kathrin Elvers-Svamberk, Leiterin der Sammlung Moderne Kunst im Saarlandmuseum, Stefanie Zutter, Leiterin des Kupferstichkabinetts der Nationalbibliothek in Luxemburg, sowie Christiane Schlechter von der Stiftung ME Saar.

Weitere Informationen:
Joachim Wollschläger
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