Neues aus der Verbändelandschaft

Korrektur der Rente mit 63 darf nicht zu spät kommen

Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) unterstützt die Pläne der Bundesregierung, auf Vorschlag der Rentenkommission den abschlagsfreien vorzeitigen Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte wieder einzuschränken. Kritisch sieht sie allerdings den Zeitplan für die Reform. Diese müsse schneller greifen, weil sie sonst ins Leere zu laufen droht und das Ziel verfehlt, den Anstieg der Sozialbeiträge zu begrenzen.

Aktuelle Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass mittlerweile mehr als jeder zweite Babyboomer vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand wechselt. Nach den Berechnungen des IW werden bis 2029 weitere 6,4 Millionen Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge ihre Regelaltersgrenze erreichen. „Es gilt also, so zeitnah wie möglich zu handeln und großzügige Übergangsregeln zu vermeiden“, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der VSU. Wenn Millionen Babyboomer jetzt noch die Möglichkeit des abschlagsfreien Vorruhestands nutzen, belastet dies dauerhaft die Rentenversicherung und die junge Generation.“

Aus Sicht der Arbeitgeber war die sogenannte Rente mit 63 von Beginn an eine politische Fehlsteuerung, die den Arbeitsmarkt in einer Zeit zunehmenden Fachkräftemangels zusätzlich belastet hat. „Die Rente mit 63 wurde mit dem Argument eingeführt, Menschen mit besonders langen und belastenden Erwerbsbiografien den früheren Ausstieg aus dem Berufsleben zu ermöglichen. Tatsächlich profitieren davon aber vor allem gut qualifizierte, erfahrene und hoch bezahlte Fachkräfte“, sagt Schlechter. „Die Rente mit 63 geht am Ziel vorbei, entzieht dem Markt die Fachkräfte und ist teuer.“

Grundsätzlich bewertet die VSU die Vorschläge der Rentenkommission positiv. Die Kommission hat sich auch der Frage eines späteren Renteneintritts angenommen. Künftig soll der Beginn der Rente auch über das 67. Lebensjahr hinaus der steigenden Lebenserwartung angepasst werden.

„Angesichts der hohen Kosten für die Rente fordert die VSU seit Jahren eine Ausweitung der Lebensarbeitszeit. Die Kommission hat hier den richtigen Weg aufgezeigt. Entscheidend ist, dass die Politik die Vorschläge nun auch konsequent und wirksam umsetzt.“

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Joachim Wollschläger
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