Strukturwandelinitiative stellt Zukunftspapier vor

Wie findet das Saarland auf den Weg in die Zukunft? Eine gemeinsame "Strukturwandelinitiative" aus Wirtschaftsministerium, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Bundesagentur für Arbeit hat dazu ein Thesenpapier erarbeitet und vorgestellt. Unter den Teilnehmern ist auch die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). Die wichtigsten Punkte: Strukturpolitik, Infrastruktur und Arbeitsmarkt müssen in Angriff genommen werden, will das Saarland nicht dauerhaft dem Wachstum im Bund hinterherhängen. Die Strukturwandelinitiative setzt zwar wichtige Impulse - unter anderem mit der Forderung nach neuen Gewerbeflächen und einer verbesserten Infrastruktur, wichtige Themen wie Arbeitskosten bleiben angesichts des Teilnehmerkreises aber außen vor.

Wie die Initiative das Land voranbringen will

Thesenpapier der Strukturwandelinitiative

Die Thesen in Kurzfassung


Mindestlohn trifft vor allem Einzelhandel und Gastronomie

Vom neuen Mindestlohn, der bis Mitte 2022 um satte zwölf Prozent steigen soll, profitieren vor allem ungelernte Verkäufer von Sport- und Spielwaren sowie Zeitungen. Sie verdienen aktuell rund 10,11 Euro. Das zeigt eine aktuelle Studie des IW Köln. Weitere Profiteure sind Mitarbeiter in Restaurants und Gaststätten, Angestellte in Autovermietungen und Lottoannahmestellen. Auch diese Branchen haben niedrige Stundenverdienste für Ungelernte. Gerade für Restaurants und Gaststätten gilt aber, dass sie durch die Corona-Krise besonders getroffen sind. Nun ist zu hoffen, dass sie sich bis 2022 soweit erholt haben, dass sie die Mindestlöhne auch zahlen können und dass die Beschäftigung dann nicht ganz wegfällt.


Corona-Bildungshelden gesucht - jetzt Vorschläge einreichen!

Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände zeichnet in diesem Jahr besonders kreative Ideen der saarländischen Wirtschaft mit dem Bildungspreis aus. Ab Juli sammelt die VSU Vorschläge für potenzielle Preisträger; Werbung unter www.bildungspreis.vsu.de


Steinmeier und Verbände werben für Ausbildung

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und die Vertreter der Spitzenverbände der Wirtschaft haben die Unternehmen aufgerufen, auch in der Corona-Krise weiter auszubilden. "Setzen Sie wo immer möglich und trotz schwieriger Rahmenbedingungen Ihr Engagement für die Ausbildung fort", heißt es in einem gemeinsamen Appell. "Es geht um die Zukunftschancen der jungen Generation und Ihre Fachkräfte von morgen." Steinmeier betonte die Bedeutung der dualen Ausbildung, um die andere Länder Deutschland beneiden. "Besinnen wir uns gerade jetzt, in der Krise, auf diesen Schatz", sagte er. An die jungen Leute appellierte er, sich trotz aller Widrigkeiten in der Corona-Krise um einen Ausbildungsplatz zu bewerben.


Umsätze der saarländischen Industrie brechen ein

Die Umsätze der saarländischen Industrie sind im April dramatisch eingebrochen. Nach Auskunft des Statistischen Amtes des Saarlandes lagen die Umsätze im April um 48,2 Prozent unter den Vergleichswerten des Vorjahres. Insbesondere die Stützpfeiler der Saarindustrie verloren im April deutlich an Boden: Die Betriebe der Metallerzeugung und Metallbearbeitung verbuchten Umsatzeinbrüche von 43,0 Prozent. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen blieb das Ergebnis um 34,1 Prozent unter den Werten des vergleichbaren Vorjahresmonats. Der Maschinenbau verzeichnete im April ein deutliches Umsatzminus von 51,2 Prozent. Noch dramatischer zeigten sich die Auswirkungen bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, deren Umsatz im April nur 20 Prozent des Vorjahresniveaus erreichte.

In den Monaten Januar bis April setzten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes 7,2 Mrd. Euro insgesamt um, was einem deutlichen Rückgang von 21,4 Prozent entspricht.Auch die Auftragseingänge brachen im Verarbeitenden Gewerbe im April um 60,7 Prozent im Jahresvergleich ein.


Was Unternehmen jetzt über Corona wissen müssen

Foto: Adobe Stock
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Schulen und Kindergärten schließen, Geschäfte sind zu, große Unternehmen stellen den Betrieb ein. Das Saarland ist fest im Griff eines winzigen Virus. Wir halten Sie über die neuesten Entwicklungen rund um Corona auf dem Laufenden. Aktuelle Informationen finden Sie auf unseren Spezialseiten zu Corona.  Was Unternehmen jetzt wissen müssen


Milliardenpaket soll Land wieder in Schwung bringen

Der Koalitionsausschuss hat sich auf ein umfangreiches Konjunktur- und Zukunftspaket mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro verständigt. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern und die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen.

Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem vor: 

  • Absenkung der Mehrwertsteuer: Vom 1. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden. 
  • Kinderbonus für Familien: Einmalig erhalten Eltern 300 Euro pro Kind. Für Alleinerziehende werden die Freibeträge verdoppelt.
  • Stärkung der Kommunen: Der Bund erhöht seinen Anteil an den Kosten für die Unterkunft von Bedürftigen, gleicht die Gewerbesteuerausfälle der Kommunen zur Hälfte aus und stärkt den Öffentlichen Nahverkehr sowie den Gesundheitssektor.
  • Entlastung bei den Stromkosten: Die EEG-Umlage soll ab 2021 über Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt abgesenkt werden.
  • Zukunftspaket: Rund 50 Milliarden Euro fließen in Zukunftsbereiche wie die Wasserstoffwirtschaft, Quantentechnologien und Künstliche Intelligenz.

Was dürfen Unternehmen, die Staatshilfe beziehen?

In der Diskussion um Staatshilfen für Unternehmen und eine Staatsbeteiligung geht es vor allem um Rechte der Unternehmen. Am Beispiel Lufthanda fordert die Politik, das Unternehmen müsse Stellen sichern, die Dividende streichen und der Bundesregierung ein Mitspracherecht einräumen. Gleicheitig warnt der BDI, dass die Verhandlungen rund um den staatlichen Einstieg über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) nicht mit politischen Zielen überladen werden dürften. Das Ziel müsse sein, die Wirtschaft kurzfristig zu stabilisieren. "Es ist fatal, wenn Unternehmen politische Einmischung in ihr operatives Geschäft und strategische Entscheidungen zu befürchten haben", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Nach Ansicht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) schließen sich Staatshilfen und die Ausschüttung von Dividenden aus. "Wer in der Not finanzielle Hilfen vom Staat bekommt, kann nicht zugleich Dividenden bezahlen", heißt es von VCI-Präsident Christian Kullmann.

VSU-Initiative: Mehr Flexibität in der Arbeitszeit!

Von Arbeitszeit 1.0 zu Arbeitszeit 4.0 - Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU) setzt sich gemeinsam mit ihren Mitgliedsverbänden für einfache, transparente und flexible Arbeitszeitregelungen ein. Die sieben Kernforderungen lauten:

  1. Angleichung der Regelungen für Arbeitsvolumens und Ruhezeiten an die EU-Vorgaben
  2. Eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit - mit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von maximal 48 Stunden
  3. Flexiblere Lösungen für Wochenend- und Schichtarbeit
  4. Branchenspezifische Regelungen
  5. Individuelle Anpassungsmöglichkeiten auch innerhalb einer Branche
  6. Einführung eines realistischen, gesetzlichen Rahmens angesichts neuer Anforderungen durch die Digitalisierung

Foto: Festo AG & Co. KG

SCHULEWIRTSCHAFT

Die Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT steht für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben – und das seit nunmehr 60 Jahren. Als bundesweites Netzwerk antworten wir auf den Fachkräftemangel mit praxisorientierten Angeboten, konkreter Unterstützung und anregenden Impulsen für eine systematische Berufs- und Studienorientierung.

In der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) SCHULEWIRTSCHAFT Saarland bilden Schulleiter und Lehrkräfte gemeinsam mit Ausbildern und Unternehmern Arbeitskreise, in denen sie partnerschaftlich zusammenarbeiten. Diese treffen sich in der Regel zweimal jährlich in den jeweiligen Landkreisen. Wirtschaftliche und pädagogische Themen finden in den gemeinsamen Aufgaben gleichwertige Berücksichtigung. Wichtig für ein gutes Gelingen  ist ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch auf allen Ebenen.