Krankenkassen haben 2021 mehr in Vorsorge investiert

Präventionsbericht der Gesetzlichen Krankenkassen ist veröffentlicht

Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2021 ihre Ausgaben für betriebliche Gesundheitsförderung gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Drittel auf knapp 247 Mio. € erhöht. Insgesamt haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre Ausgaben für Prävention im Jahr 2021 um 30 % auf rund 538 Mio. € erhöht. Das zeigt der aktuelle Präventionsbericht der Krankenkassen. Für die betriebliche Gesundheitsförderung wurden 3,37 € je Versicherten ausgegeben. Damit erhöhen sich die Ausgaben um etwa ein Drittel. Mit ihren Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung erreichten die gesetzlichen Krankenkassen rund 1,77 Mio. Beschäftigte in 18.437 Betrieben.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Ausgaben für individuelle Kursangebote, etwa im Bereich Bewegung und Stressbewältigung, um sechs Prozent leicht zurückgegangen. Trotz der Möglichkeit, seit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 auch an online durchgeführten Kursen teilzunehmen, sind die Anzahl der Teilnahmen und damit auch die Ausgaben seit dem Berichtsjahr 2020 rückläufig.

Fast zwei Drittel (62 %) der Projekte zur BGF kombinierten verhältnis- und verhaltensbezogene Präventionsstrategien. Das ist eine Steigerung um sieben Prozentpunkte zum Vorjahr und spricht für eine bessere nachhaltige Verankerung des Themas Gesundheit in Betrieben, da verhaltens- und verhältnisbezogene Aktivitäten sinnvoll miteinander kombiniert werden und bei denen Beschäftigte sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gemeinsam Veränderungen herbeiführen. 9 % der Maßnahmen waren verhältnisbezogen, das umfasst unter anderem auch den Führungsstil im Unternehmen, und 29 % der Maßnahmen waren darauf ausgerichtet, die Beschäftigten zu gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen zu motivieren und anzuleiten.

Zum Präventionsbericht

 

Deutschland verliert Wettbewerbsfähigkeit

Die stark gestiegenen Lohnstückkosten in Deutschland gefährden die Wettbewerbsfähigkeit. Vor allem die hohen Forderungen in den aktuellen Tarifrunden treiben diese Kosten weiter in die Höhe. Die deutsche Industrie wird zugleich von steigenden Energie- und Arbeitskosten und einem Konjunktureinbruch in die Zange genommen. Im internationalen Vergleich steht das Land damit als Standort immer schlechter da - trotz der vergleichweise noch hohen Produktivität. Neben den hohen Tarifforderungen belasten auch die Zusatzkosten durch hohe Sozialbeiträge. Es ist bereits absehbar, dass die Marke von 40 Prozent überschritten wird.

Mehr Infos beim Institut der Deutschen Wirtschaft:

Lohnstückkosten im internationalen Vergleich

VSU: Das Saarland muss als Standort noch attraktiver werden

Angesichts der Transformation und des Strukturwandels ist die Landesregierung aus Sicht der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) gefordert, das Saarland als Standort noch attraktiver zu machen. „Wir werden den Strukturwandel nicht allein mit der Transformation in bestehenden Unternehmen schaffen, Neuansiedlungen gehören dringend dazu“, sagt VSU-Präsident Oswald Bubel heute beim Saarländischen Unternehmertag. Um den Unternehmen Ansiedlungsmöglichkeiten zu schaffen, sei es vordringlich, entsprechende Industrieflächen im Land vorzuhalten. „Wir haben bei dem Industriegebiet auf dem Lisdorfer Berg gesehen, wie schnell diese Flächen belegt waren. Das ist ein Zeichen, dass das Saarland als Standort gefragt ist.“
Nicht nur für neue Unternehmen, auch für potenzielle Arbeitskräfte sollte das Land attraktiv sein: „Unsere Unternehmen erleben nicht nur einen Fachkräftemangel, es gibt vielmehr einen ausdrücklichen Arbeitskräftemangel. Auf vielen Ebenen versuchen die Betriebe im Land, Stellen zu besetzen“, sagt Bubel. Umso wichtiger sei es, das Land für Menschen attraktiv zu machen, die hier ihre berufliche Zukunft finden können. Dazu gehören aus Sicht der VSU neben attraktiven beruflichen Möglichkeiten auch ein lebenswertes Umfeld mit umfassender Kinderbetreuung, guter Bildung und einer guten Infrastruktur.
Drängendstes Thema der Unternehmen sind aktuell die dramatisch gestiegenen Energiepreise. Trotz einer Gas- und Strompreisbremse sind viele Unternehmen mit deutlichen Steigerungen bei den Energiekosten konfrontiert. Bubel warnt davor, alle Probleme ausschließlich durch Staatshilfen zu lösen. Wenn der Staat das Preissignal zu stark dämpfe, blieben die notwendigen Investitionen in sparsamere Technik aus, sagt Bubel. „Hier muss die Politik in einem sehr sensiblen Feld die richtigen Entscheidungen finden“, sagt Bubel. Gleichzeitig könne der Staat nicht dauerhaft als Retter auftreten, denn jedes Rettungspaket belaste letztlich die kommenden Generationen.
Die Transformation und den Strukturwandel der Industrie bezeichnet Bubel für die saarländische Wirtschaft als die größte Herausforderung der kommenden Jahre. Von dem Aus, das die Europäische Union für den Verbrennungsmotor beschlossen hat, sind 19.000 Arbeitsplätze im Saarland direkt betroffen, viele weitere indirekt. In der saarländischen Automobilindustrie arbeiten gut 30.000 Menschen, in der Stahlindustrie sind es weitere 12.000 Beschäftigte. Für eine erfolgreiche Transformation und einen Wandel hin zu neuen Geschäftsmodellen ist es vor allem wichtig, bürokratische Hürden abzubauen und die Unternehmen bestmöglich zu unterstützen. Sei es durch Forschungshilfen, sei es aber auch mit begleitenden Studiengängen an den Hochschulen.
Der Gastredner Volker Wieland, Professor für Monetäre Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrates, beleuchtet in seinem Vortrag „Inflation, Energiekrise und Rezessionsgefahr. Was zu tun ist!“ die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland. Vor allem fordert er, das Energieangebot zu verbessern. Die Energiekrise beinhalte ein Risiko für die Industrie in Deutschland, wenn energieintensive Betriebe auf andere Standorte ausweichen. Wieland geht in seinem Vortrag auch auf die Frage ein, welche Möglichkeiten der EZB und den Ländern zur Verfügung stehen, um auf die Krisensituation zu reagieren.

VSU zeichnet vier Einrichtungen mit dem Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft aus

Eine Schule, zwei Kindergärten und die Schulsozialberatung des Universitätsklinikums des Saarlandes – die Bandbreite des diesjährigen Bildungspreises der Saarländischen Wirtschaft ist groß. In diesem Jahr ging es darum, innovative Ideen und herausragendes Engagement zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen auszuzeichnen. Durch monatelange Schulschließungen, eingeschränkten Unterricht, den Wegfall oder zumindest nur eingeschränkten Zugang zu weiteren Bildungs- und Unterstützungsmaßnahmen, Sport- und Musikangeboten, sind bei vielen Kindern und Jugendlichen Defizite in ihrem Lern- und Sozialverhalten entstanden. Diese auszugleichen ist eine wichtige Aufgabe für die verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen. Kinder, Schülerinnen und Schüler waren davon ebenso betroffen wie junge Erwachsene, die gerade in ihr Berufsleben starten.

Unter den vielen Bewerbungen für den Bildungspreis haben sich aus Sicht der Jury die folgenden Preisträger besonders hervorgetan:

  • Die Gemeinschaftsschule Marpingen
  • Die Katholische Kita St. Elisabeth, Schwarzenholz
  • Die Kindertagesstätte Löwenzahn, Heckendalheim
  • Das Universitätsklinikum des Saarlandes, Schulzentrum, Schulsozialberatung, Homburg

„Wir erleben, dass der fehlende soziale Kontakt in der Pandemie Kinder und Jugendliche stark belastet hat“, sagt Oswald Bubel, Präsident der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände. „Umso wichtiger ist es, dass in Schulen und Kindergärten, in der Ausbildung, aber auch bei Freizeitaktivitäten Ausgleich geschaffen wird. Über die hohe Zahl der Bewerbungen haben wir uns sehr gefreut. Das zeigt, dass das Engagement auf vielen unterschiedlichen Ebenen hoch ist. Die Preisträger, die die Jury ausgewählt hat, stehen stellvertretend für die vielen ebenfalls preiswürdigen Projekte in unserer Gesellschaft.“

Der Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft ist mit 16.000 Euro dotiert. Der Preis wird von der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände verliehen und von der Stiftung ME Saar finanziert.

Bundesverband der Deutschen Industrie fordert strategischen Rohstoffplan

Zu seinem siebten Rohstoffkongress präsentiert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) einen Fünf-Punkte-Plan für eine strategische Rohstoffpolitik. Deutschland und Europa drohten den globalen Wettbewerb um strategisch wichtige Rohstoffe zu verlieren mit fatalen Folgen für die Versorgungssicherheit und die Abhängigkeit von anderen Ländern. „Bei kritischen mineralischen Rohstoffen wie seltenen Erden ist die Abhängigkeit, insbesondere von China, bereits wesentlich größer als die bisherige Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energieträgern“, warnte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Die deutsche Industrie fordere einen gemeinsamen Kraftakt zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: „Die Versorgung mit kritischen Rohstoffen muss in Zukunft als strategisch für die nationale Sicherheit gelten“, sagte Russwurm. Dazu bedürfe es einer ganzheitlichen und strategischen Rohstoffpolitik, die auf drei Säulen basieren müsse: Geopolitische Versorgungsrisiken sollten durch die Stärkung heimischer Rohstoffe, den Zugang zu Importrohstoffen aus dem Ausland und dem Ausbau von Recyclingrohstoffen reduziert werden. „Keine Säule allein kann die Rohstoffsicherheit Deutschlands und Europas gewährleisten. Das Ziel sind integrierte Wertschöpfungsnetzwerke für strategische Bereiche in Europa und mit zuverlässigen Partnern. Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen gehört in die nationale Sicherheitsstrategie. Autarkie ist keine Option“, erklärte der BDI-Präsident.

Den Fünf-Punkte-Plan des BDI zur Rohstoffsicherung finden Sie hier.

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Energiepreise bringen Unternehmen unter Druck

Die stark gestiegenen Energiepreise setzen die Unternehmen im Saarland stark uner Druck. Das zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU). Demnach sind gut 80 Prozent der Unternehmen von Strompreissteigerungen und über 70 Prozent von Gaspreissteigerungen betroffen. Bei jedem vierten Unternehmen hat sich der Strompreis mehr als verdoppelt, beim Gas trifft dies sogar jedes dritte Unternehmen. Teilweise sind Unternehmen mit einer Verzehnfachung des Preises konfrontiert. Für die Betriebe ist diese Entwicklung existenzgefährdend, da sie die Kosten zum Großteil nicht oder nur zu einem geringen Teil an ihre Kunden weitergeben können. Da die Mehrkosten in den Kalkulationen nicht enthalten sind, ist eine Produktion nur noch mit Verlusten möglich. Die Firmen rechnen deshalb bereits mit Umsatz und Gewinnrückgängen, Verringerung der Produktion und teilweise sogar mit Geschäftsaufgaben.

Zu den Ergebnissen

Unternehmensverbände veröffentlichen Erwartungen an die Landesregierung

Katalog stellt Zukunftssicherung und Standortattraktivität in den Mittelpunkt

Das Saarland steht vor großen Herausforderungen. Zukunftssicherung ist das Kernthema, das die SPD-Alleinregierung im Saarland in den Fokus ihres Handelns stellen muss. Zukunftssicherung bedeutet auf der einen Seite eine gesunde und konkurrenzfähige Industrie und florierende Unternehmen in den verschiedenen Dienstleistungs-Branchen, sie bedeutet aber auf der anderen Seite auch ein attraktives Lebensumfeld, das Fachkräfte aus anderen Bundesländern und Ländern anzieht. Viele Faktoren sind hier maßgeblich, die die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände ihn ihren "Erwartungen an die nächste Landesregierung" im Vorfeld der Wahl adressiert hat.

Was sich die VSU von der kommenden Landesregierung erhofft

Unsere Erwartungen - kurz zusammengefasst

Interview Oswald Bubel mit der Saarbrücker Zeitung

Verbände schalten Internet-Seite zur Ukraine-Hilfe frei

Die deutsche Wirtschaft lehnt den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine entschieden ab. In zahlreichen Statements haben das die Wirtschaftsverbände sowie einzelne Vertreter der Wirtschaft öffentlich deutlich gemacht.Jetzt geht es darum, konkrete Hilfe zu organisieren und mit den Folgen von Flucht, Sanktionen und unterbrochenen Lieferketten umzugehen. Hierfür haben die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft eine gemeinsame Website eingerichtet.

Auf www.WirtschaftHilft.info informieren die Verbände über Möglichkeiten zu spenden, beantworten Fragen zu Sanktionen, Wirtschaftshilfen, Kurzarbeitergeld und der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Gleichzeitig soll das Engagement der Arbeitgeber und ihrer Beschäftigten in Deutschland sichtbar werden. Beispiele dafür werden auf der Internetseite erscheinen.

VSU: Saarland muss bei Bildung trotz guter Ergebnisse noch nachsteuern

Das Saarland hat im aktuellen Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft den fünften Platz unter den Bundesländern erreicht. „Das gute Ergebnis zeigt, dass die Priorisierung im Bildungssystem im Saarland auf dem richtigen Weg ist“, freut sich Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU).
Der Bildungsmonitor bescheinigt dem Saarland im Bildungssystem beispielsweise einen effizienten Einsatz der finanziellen Mittel im Bereich der Grundschulen und Hochschulen. Auch erreichen die Schüler zügig ihren Abschluss. Auch bei der Integration schwächerer Schüler und bei den Schüler-Lehrer-Quoten erreicht das Saarland gute Werte im Vergleich zu den anderen Bundesländern.
Gleichzeitig offenbart der Bildungsmonitor dem Saarland auch Schwächen in wichtigen Feldern: „Bildung ist ein zentraler Faktor, wenn es um die Fachkräftesicherung geht“, sagt Schlechter. „Und gerade hier hapert es noch immer.“ So ist nicht nur die Schulabbrecherquote im Saarland deutlich höher als im Bundesvergleich, auch bei der Kompetenz in Mathematik und technischen Fächern liegt das Saarland im hinteren Feld. Ähnlich sieht es an der Hochschule aus, wo die Promotionsquote ebenso wie die Drittmittelausstattung unterdurchschnittlich ausfällt.
„Trotz der guten Ergebnisse insgesamt ist hier noch dringender Handlungsbedarf, sei es bei der Digitalisierung in der Schule, sei es bei der Förderung in den technischen Fächern“, sagt Schlechter. Die VSU ist seit vielen Jahren gerade in diesen Bereichen aktiv. Mit dem Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft, dem Berufswahl-Siegel, dem Netzwerk Schulewirtschaft, den M+E-Trucks oder MINT-Aktionstagen engagiert sich die Vereinigung umfassend für eine Verbesserung der Berufsorientierung und der Qualität in der MINT-Ausbildung. „Wenn wir die Fachkräfteprobleme der Zukunft lösen wollen, müssen wir hier als Gesellschaft weiter aktiv wirken“, sagt Schlechter. Vor allem gelte das auch bei den jungen Mädchen. „Diese entscheiden sich trotz vorhandener Neigung und guter Qualifikation noch immer viel zu selten für technische Berufe. Oft sind es überkommene gesellschaftliche Normen, die weiter wirken. Das müssen wir – auch durch ein modernes Bildungssystem – überwinden.“

Das Saarland im INSM-Bildungsmonitor

Zum INSM-Bildungsmonitor

 

Lösch: Wasserstoff schnell als wichtigen Baustein verstehen

Der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch hat die Politik aufgefordert, bei der Wasserstoff-Technik mit mehr Elan vorzugehen. "Wasserstoff ist für Deutschland eine große technische Chance", sagt Lösch in einer Diskussionsveranstaltung beim Tag der Industrie. Einerseits müsse bereits jetzt klar sein, dass Wasserstoff künftig ein wichtiger Teil der deutschen Energieversorgung sein werde. Deshalb sei es fahrlässig, bei der Entwicklung dieser Technik zu warten. Außerdem könne Wasserstofftechnologie, die in Deutschland entsteht, in der ganzen Welt helfen, CO2-Emissionen zu senken. "Deutschlands Hebel ist wesentlich größer als die zwei Prozent, die wir hier im Land reduzieren können. Wir können damit weltweit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten." Der australische Botschafter Philip Green sagt angesichts der geplanten großflächigen Wasserstoffproduktion in seinem Land: "Deutsche Unternehmen werden dabei eine wichtige Rolle spielen."

Wasserstoff bietet deutschen Unternehmen großes Potenzial

VSU: Fairer-Lohn-Gesetz belastet öffentliche Haushalte und untergräbt Sozialpartnerschaft

Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) sieht das geplante „Fairer-Lohn-Gesetz“ der Landesregierung höchst kritisch. „Das geplante Gesetz belastet nicht nur die öffentlichen Haushalte durch den Wegfall des Wettbewerbs, es untergräbt auch die Sozialpartnerschaft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern“, sagt VSU-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. Die VSU wird das Gesetz, das jetzt in die Anhörung geht, aufmerksam prüfen.
„Das Grundgesetz gestattet es den Unternehmen und Gewerkschaften im Rahmen der Koalitionsfreiheit Arbeitsbedingungen auszuhandeln, ebenso garantiert es über die negative Koalitionsfreiheit, sich gegen eine Tarifbindung zu entscheiden“, sagt Schlechter. Es sei bedenklich, wenn die Politik sich gegen diese grundgesetzlich gesicherte Freiheit stellt und sich in die Tarifpolitik einmischt. Wenn Politik zugunsten einer Seite Arbeitsbedingungen bestimme und per Gesetz festlege, säge sie am bewährten Prinzip der Sozialpartnerschaft. Vielmehr sei es Aufgabe der Gewerkschaften, sich für ihre Mitglieder attraktiv zu machen und so von Arbeitnehmerseite den Rückhalt für die Verhandlungen mit Arbeitgebern zu erhalten. Ein „Fairer-Lohn-Gesetz“ wird vor allen Dingen die Kommunen als wichtiger Auftraggeber für öffentliche Investitionen belasten. Sie können ihren Zuschlag nun nicht mehr nach dem Prinzip der guten Haushaltsführung vergeben, sondern müssen erst mit erheblichem bürokratischem Aufwand prüfen, ob die jeweils vorgegebenen Tarifkriterien eingehalten werden.
Die VSU sieht in dem Gesetz außerdem eine unnötige Doppelstruktur. „Zum Schutz gegen Lohndumping gibt es den gesetzlichen Mindestlohn und in vielen Branchen einen Branchen-Mindestlohn“, sagt Schlechter. Saarländische Unternehmen, die öffentliche Aufträge ausführen wollen, müssen sich selbstverständlich daran halten.

Wirtschaft kritisiert Lieferkettengesetz

Schlechter: Neues Gesetz ist Bürokratiemonster

Die saarländische Wirtschaft kritisiert das neue Lieferkettengesetz. Das geplante Gesetz sei in der aktuellen Form eine Belastung für die Unternehmen, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) und des Verbands der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar). „Viele Unternehmen haben hunderte direkte Zulieferer“, sagt Schlechter „Wenn sie nun all diese Zulieferer kontrollieren sollen, ist das ein erheblicher bürokratischer Aufwand“, sagt er. Er fürchtet, dass die Wirtschaft im Lnd dadurch einen erheblichen Wettbewerbsnachteil erleidet. Dass sich, wie vom Gesetzgeber beabsichtigt, durch das Gesetz an der Menschenrechtslage etwas ändert, sei dagegen kaum zu erwarten. 

Bürokratiemonster Lieferkettengesetz

Schlechter: Wir müssen auch über längere Lebensarbeitszeit diskutieren können

Demografische Entwicklung wird zur Gefahr für das Rentensystem

Angesichts eines drohenden Kollapses der Rentenversicherung erwartet VSU-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter von der Politik auch eine Diskussion über eine verlängerte Lebensarbeitszeit. „Wenn Menschen immer älter werden, führt kein Weg daran vorbei, auch die Lebensarbeitszeit den neuen Gegebenheiten anzupassen“, sagt Schlechter. Durch die demografische Entwicklung und die längere Lebensarbeitszeit müssen immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren. Während bei der Konzeption des Sozialsystems unter Konrad Adenauer noch fünf Arbeitnehmer einen Rentner finanziert haben, liegt die Last nun auf weniger als zwei Arbeitnehmern. „Das Verhältnis aus Arbeits- und Rentenphase darf nicht so verschoben werden, dass die jungen Menschen über Gebühr belastet werden“, sagt Schlechter. „Es muss deshalb erlaubt sein, auch über einen späteren Renteneintritt nachzudenken. Sonst ist die Belastung für die Generation unserer Kinder nicht mehr zu schultern.“

Rentensystem in Schieflage

Unsere Dachverbände und Partner-Initiativen

Als starker Verband wirken wir nicht nur vor Ort im Saarland, sondern engagieren uns gemeinsam mit unseren Dachverbänden und Partnern auch für Ordnungspolitik und eine ausgewogene Soziale Marktwirtschaft im Bund. Damit der Wirtschaftsstandort Deutschland auch künftig konkurrenzfähig bleibt.