Jeden Tag aktuell: Informationen aus Wirtschaft und Verbänden

VSU-Schlagzeilen

BA meldet noch 2700 freie Ausbildungsplätze im Saarland / Bislang keine Coronafälle in Saar-Fleischbetrieben / Ifo: Mehrheit der Unternehmen will Homeoffice dauerhaft ausweiten

Saarland
BA meldet noch 2700 freie Ausbildungsplätze im Saarland
Bislang keine Coronafälle in Saar-Fleischbetrieben

Arbeitswelt
Ifo: Mehrheit der Unternehmen will Homeoffice dauerhaft ausweiten
BA-Daten: Jeder Fünfte bekommt nach Jobverlust kein Arbeitslosengeld
 
Konjunktur
Bundesbank-Daten deuten auf langsame Erholung der Wirtschaft hin
IW-Studie: Chinesische Übernahmen bergen Gefahren für Wohlstand in Deutschland
 
Wirtschaftspolitik
Verbände zu Lieferkettengesetz: Wirtschaft macht konkrete Vorschläge und Gesprächsangebot
Kempf bezweifelt rasche Erholung der Konjunktur
Dudenhöffer: Überalterte Autos bieten Chance für Konjunkturprogramm
Gewerkschaften gründen Beteiligungsfonds für Autozulieferer
CDU-Wirtschaftsrat: Rohstoffabhängigkeit durch Lagerhaltung mindern
 
Sozialpolitik
Raffelhüschen: Zwei Nullrunden bei Rente denkbar
 
Ausbildung
Aus Alwis-Sommercamp wird Herbstcamp

 

Saarland

Noch 2700 freie Ausbildungsplätze im Saarland
Wenige Wochen vor Beginn des Ausbildungsjahres sind im Saarland noch 2700 Stellen unbesetzt. Damit ist nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit fast die Hälfte aller angebotenen Ausbildungsplätze noch frei. Zwar hätten die Unternehmen im Saarland im Vergleich zum Vorjahr 950 Stellen weniger gemeldet ­– ein Minus von 13,8 Prozent. Zugleich sei aber auch die Zahl der Bewerber gesunken. Derzeit seien noch etwa 1900 Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle. Besonders viele Ausbildungsstellen sind noch offen als: Einzelhandelskaufmann, Verkäuferin, Kaufmann für Büromanagement und Handelsfachwirt. Aber auch als Fachverkäufer im Fleischereihandwerk und Bäckereien sowie als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Fachkraft für Lagerlogistik, Bankkaufmann und Medizinische Fachangestellte kann man sich noch bewerben. (Quelle: SR)

Bislang keine Coronafälle in Saar-Fleischbetrieben
Bei den derzeit laufenden Corona-Tests in der saarländischen Fleischindustrie sind bisher keine neuen Covid-19-Fälle festgestellt worden. Insgesamt sollen 500 Beschäftigte vorsorglich getestet werden, die Ergebnisse von den ersten 150 liegen vor. Nach größeren Corona-Ausbrüchen in Fleischbetrieben im Bundesgebiet hat das Saarland am vergangenen Freitag damit begonnen, auch Beschäftigte der saarländischen Fleischindustrie vorsorglich auf Sars-CoV-2 zu testen. Die Tests laufen die nächsten zwei Wochen weiter. Im Blick sind Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. Die Teilnahme ist freiwillig. (Quelle: SR)
 

Arbeitswelt
 
Ifo: Mehrheit der Unternehmen will Homeoffice dauerhaft ausweiten

Knapp über die Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen in Deutschland will Homeoffice dauerhaft stärker etablieren. Dies zeigt eine Studie des ifo Instituts. Die Studie basiert unter anderem auf Auswertungen von Daten aus aktuellen ifo Unternehmensbefragungen und einer Mitgliederbefragung des Netzwerks LinkedIn. „Die Coronakrise könnte einen dauerhaften Schub fürs Homeoffice bedeuten“, sagt der Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien und Koautor der Studie, Falck. Daten aus der ifo-Befragung zeigen, dass drei Viertel der Unternehmen in Deutschland zur Bewältigung der Krise Teile ihrer Belegschaft ins Homeoffice geschickt haben. In einer Umfrage unter den Mitgliedern des beruflichen Netzwerks LinkedIn gaben knapp die Hälfte der Mitglieder in Deutschland an, aufgrund der Pandemie ins Homeoffice gewechselt zu sein. „Für viele Unternehmen ging die Umstellung mit beträchtlichen Investitionen in digitale Infrastruktur und neue Kommunikationstechnologie einher. Diese Neuorganisation der Arbeit wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vollständig rückgängig gemacht werden“, führt Falck aus. 56 Prozent der Beschäftigten in Deutschland könnten laut der ifo Studie zeitweise von zu Hause arbeiten. Vor der Corona-Pandemie wurde nur etwa die Hälfte dieses Potenzials ausgenutzt. Zudem zeigt eine Auswertung von Stellenanzeigen und Jobsuchenden auf LinkedIn, dass die Aufrufe von Stellen, die zur Arbeit im Homeoffice ausgeschrieben sind, um mehr als das Doppelte gestiegen sind. „Dass Jobs in Zukunft vollständig ins Homeoffice verlagert werden, dürfte dennoch die Ausnahme bleiben“, erläutert Studien-Koautor Alipour und ergänzt: „Zum einen wissen wir, dass der Mangel an sozialen Kontakten im Homeoffice dauerhaft eine Belastung sein kann, zum anderen lassen sich kreativer Austausch und der Transfer von Ideen und Wissen nicht vollständig ins Digitale verlagern.“ (Quelle: ifo Institut, M+E-Newsletter Gesamtmetall)

BA-Daten: Jeder Fünfte bekommt nach Jobverlust kein Arbeitslosengeld
Mehr als jeder fünfte Arbeitsuchende (20,7 Prozent) hat 2019 keine ALG-I- oder ALG-II-Leistungen bekommen, wie aus der Antwort der BA auf eine Anfrage im Bundestag hervorgeht. Im Schnitt waren demnach im vergangenen Jahr 170.979 sogenannte Nichtleistungsempfänger verzeichnet. 96.413 arbeitslose Männer und 74.563 arbeitslose Frauen gingen leer aus. Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen im Schnitt 655.980 Menschen. Keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Personen, die in den 30 Monaten vor dem Jobverlust keine zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt waren. Arbeitsuchende sind aber auch nicht für den Bezug von ALG II berechtigt, wenn – etwa aufgrund des Partnereinkommens – keine Hilfsbedürftigkeit festgestellt wird. 2010 hatte es noch gut 280.000 arbeitslose Nichtleistungsempfänger gegeben. (Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Konjunktur
 
Bundesbank-Daten deuten auf langsame Erholung der Wirtschaft hin

Die deutsche Wirtschaft schwenkt jüngsten Bundesbanken-Daten zufolge nach dem Absturz in Folge der Virus-Pandemie langsam um in Richtung Erholung. Der wöchentliche Aktivitätsindex (WAI) für die Kalenderwoche bis zum 12. Juli liege bei minus 2,7, teilte die Bundesbank mit. Die Zahl besagt, dass die Wirtschaftsaktivität in den dreizehn Wochen bis zum 12. Juli um 2,7 Prozent unter der Aktivität der vorhergehenden dreizehn Wochen lag. Der Rückgang fiel damit geringer aus als vor einer Woche, als das Minus bei 3,5 Prozent gelegen hatte. (Quelle: Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
IW-Studie: Chinesische Übernahmen bergen Gefahren für Wohlstand in Deutschland
Eine IW-Studie warnt, dass es China bei staatlich geförderten Firmenübernahmen in Deutschland vor allem um Technologietransfer geht und weniger um Gewinne. „Wenn China weiterhin mit massiven Subventionen und Staatsunternehmen den globalen Wettbewerb verzerrt, sollten wir uns ernste Sorgen machen“, warnte vor diesem Hintergrund IW-Ökonom Matthes. Es gebe zahlreiche Indizien dafür, dass chinesische Investoren bei Übernahmen einen problematischen Technologietransfer anstrebten mit dem Ziel, Chinas industriepolitische Aufholstrategie voranzubringen, so Matthes mit Blick auf eine Studie, für die das IW ökonomische Forschungsarbeiten aus den USA und der EU ausgewertet und sie um eigene ökonomische Beobachtungen sowie eine Unternehmensumfrage aus dem Jahr 2018 ergänzt hat. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass spätestens seitdem die KP Chinas ihre Strategie „Made in China 2025“ verkündet hat, Übernahmen chinesischer Firmen überwiegend in den dort genannten zehn technologischen Schlüsselbranchen stattfinden. In Deutschland kauften demnach chinesische Unternehmen vorrangig in den Branchen Automobil, Biomedizin/Medizintechnik sowie computergestützte Maschinen und Robotik ein. Mit Bezug auch auf eine Ifo-Studie kritisiert Matthes, dass vor allem tendenziell größere, patentreichere und gleichzeitig höher verschuldete und weniger profitable Firmen gekauft wurden. „Das könnte darauf hindeuten, dass andere als reine Gewinnziele verfolgt werden“, so Matthes. (Quelle: Handelsblatt, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Wirtschaftspolitik
 
Verbände zu Lieferkettengesetz: Wirtschaft macht konkrete Vorschläge und Gesprächsangebot

Anlässlich der Diskussion um ein sogenanntes nationales Sorgfaltspflichtengesetz und der Umfrageergebnisse zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) erklären der BDI, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Handelsverband Deutschland (HDE) gemeinsam: Für die Wirtschaft sind die verantwortungsvolle Gestaltung von Liefer- und Wertschöpfungsketten und Nachhaltigkeit wichtige Themen. Deutsche Unternehmen engagieren sich – auch weltweit – und tragen im Ausland zu höheren Sozial- und Umweltstandards, besserer Bildung und damit zu Wachstum und Wohlstand bei. Deutsche Arbeitgeber sind deshalb weltweit bei Arbeitnehmern höchst gefragt und gelten als besonders attraktiv. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben sich konstruktiv für eine praxisgerechte Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) der Bundesregierung eingebracht und für eine Beteiligung der Unternehmen an der zweiten Befragung geworben – mit Erfolg. Trotz Corona-Pandemie und existenzieller Sorgen haben knapp 600 Unternehmen freiwillig den umfangreichen Fragebogen beantwortet, so dass das Quorum deutlich übertroffen wurde. Der morgen zu erwartenden Übermittlung der Ergebnisse der zweiten Befragungsrunde des NAP an den Interministeriellen Ausschuss sehen wir allerdings kritisch entgegen. Das mit der Durchführung des Monitorings beauftragte Konsortium aus Beratungsunternehmen hat Messmethoden festgehalten, die zu extrem verzerrenden Ergebnissen führen müssen: Um als „Erfüller“ der abgefragten 37 Kriterien zu gelten, musste ein Unternehmen alle diese Kriterien erfüllen und positiv auf die entsprechende Frage antworten. Dieses Vorgehen des Konsortiums ist, als würde man nur Schülern mit der Note 1+ ein erfolgreiches Abitur bescheinigen, also nur jenen, die zu 100 Prozent alles bestens erledigt haben. Wenn das so wäre, würden so gut wie alle Schülerinnen und Schüler durchs Abitur fallen. Besonders gravierend kommt hinzu, dass der „Comply-or-explain“-Ansatz des NAP missachtet wurde: Anstatt den Unternehmen die Möglichkeit der Erklärung einzuräumen, weshalb ein bestimmtes Kriterium mit Bezug zum eigenen Unternehmen zum Beispiel irrelevant ist, wird die Durchführung einer aufwändigen „äquivalenten Maßnahme“ abverlangt. Darüber hinaus wurde den Belangen von mittelständischen Unternehmen nicht angemessen Rechnung getragen. Der im Zusammenhang mit dem NAP-Prozess diskutierten Idee der Einführung eines nationalen deutschen Sorgfaltspflichtengesetzes erteilen wir eine Absage. Der internationale Handel und die Lieferkettenbeziehungen durch die Maßnahmen gegen das Coronavirus sind bereits größtenteils erschwert, wenn nicht sogar zum Erliegen gekommen. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft befindet sich aufgrund neu hinzugekommener Handelsbeschränkungen sowie weiterhin bestehender Grenzschließungen und Reiseeinschränkungen in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Es müssen nationale Sonderwege mit nationalen Belastungen vermieden werden, um die ohnehin schwierige Wirtschafts-Erholung nicht noch mehr zu verzögern. Unternehmen benötigen jetzt alle Ressourcen im Kampf gegen die Corona-Auswirkungen. Alles andere hilft weder unseren Handelspartnern in den ebenfalls vom Coronavirus betroffenen Ländern noch den Menschen vor Ort, die bei den Zulieferern arbeiten. Denn im Zweifel erhöht es nur für deutsche Unternehmen den Druck, zur Vermeidung von Haftungsrisiken nicht mit Unternehmen in anderen Ländern zusammenzuarbeiten und sich von dort zurückzuziehen, anstatt zu investieren. Kein Unternehmen darf für das Verhalten unabhängiger Dritter im Ausland in formale Haftung genommen werden. Es widerspricht sogar den Regeln von UN und OECD selbst. Sie schließen nämlich eine Haftung für Dritte nur wegen der „Existenz von Geschäftsbeziehungen“ expressis verbis aus. Selbstverständlich haften Unternehmen für eigenes rechtswidriges Verhalten im Ausland, nicht aber für das Verhalten unabhängiger Dritter. Die gleichwohl wichtige Debatte um Wirtschaft und Menschenrechte sollte deshalb die Praktikabilität für die Unternehmen sowie die Auswirkungen für die Partner vor Ort in den Mittelpunkt stellen. Unternehmen wollen über ihre unternommenen menschenrechtlichen Sorgfaltsmaßnahmen unterrichten und in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen ihren Beitrag zur Verbesserung der menschenrechtlichen Situation leisten. In diesem Sinne könnte eine Ergänzung bestehender Berichterstattungspflichten für europäische Unternehmen um den Aspekt der menschenrechtlichen Sorgfaltsprozesse sinnvoll sein. Die Wirtschaft ist bereit, sich konstruktiv einzubringen und an der praxistauglichen Ausgestaltung einer solchen Regelung mitzuwirken. (Quelle: BDI, M+E-Newsletter Gesamtmetall)

Kempf bezweifelt rasche Erholung der Konjunktur
BDI-Präsident Kempf dämpft die Erwartungen an eine Erholung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie. "Der langsame Aufwärtstrend der Konjunktur ist kein Grund zum Übermut. Frühestens 2022 wird die Volkswirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreichen", sagte der BDI-Präsident anlässlich des Starts der ersten digitalen Hannover Messe: "Die volle Konzentration muss sich auf die wirtschaftliche Erholung und Stärkung der industriellen Basis richten." Bei allen Vorhaben müsse sich die Politik am Kompass der sozialen Marktwirtschaft orientieren, sagte Kempf. "Zentral ist, einen staatlichen Einstieg in einzelne Unternehmen stets an einen klaren Exit-Plan zu koppeln", befand er: "Die wachsende Tendenz zum Staatsdirigismus verfolgt die deutsche Wirtschaft mit großer Sorge." Ein "Weiter so" wie vor der Krise dürfe es nicht geben. "Die Corona-Pandemie ist ein Weckruf für einen Neustart der Wirtschaft", sagte Kempf. "Gerade jetzt muss auch die Politik den Mut aufbringen, die Weichen voll und ganz für die Zukunft zu stellen." Dabei müsse sie sich am Zweiklang orientieren, die Wirtschaft zu entlasten und Investitionen zu ermöglichen. Allein in enger Zusammenarbeit mit Europa werde die Modernisierung der Wirtschaft gelingen, sagte Kempf. "Deutschland muss sich in seiner EU-Ratspräsidentschaft für die rasche Vollendung des europäischen digitalen Binnenmarkts einsetzen", sagte der BDI-Präsident. "Der geplante Green Deal funktioniert nur als Investitions- und Wachstumsprogramm." Es wäre falsch, Ökologie und Ökonomie gegeneinander auszuspielen, so Kempf. Wichtig seien Entschlossenheit für Freihandel und Multilateralismus. (Quelle: Dow Jones, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
Dudenhöffer: Überalterte Autos bieten Chance für Konjunkturprogramm
Die Autos auf deutschen Straßen sind einer Studie des Duisburger CAR-Instituts zufolge im Schnitt so alt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Mit einem Durchschnittsalter von 9,6 Jahren belegt die deutsche Kfz-Flotte demnach einen der hinteren Plätze in Westeuropa – in Luxemburg, Großbritannien, Italien, Belgien oder Frankreich seien die Autos im Schnitt jünger, sodass nur die Bestände in Osteuropa den EU-Durchschnitt auf 10,8 Jahre heben. Studienleiter Dudenhöffer erklärte, die Bundesregierung habe eine große Chance verpasst, mit einer Stimulierung des Automarktes die Rezession frühzeitig zu bekämpfen und einen stärkeren Rückgang des Sozialproduktes zu vermeiden. Mit der ausschließlichen Förderung von Elektro-Autos seien 90 Prozent des Automarktes ignoriert worden, so Dudenhöffer. Mit dem Ausschluss moderner Verbrenner von der Förderung seien auch positive Effekte für die Umwelt verpasst worden. Laut Dudenhöffers Auswertung der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes sind fast ein Viertel (23,4 Prozent) der Autos in Deutschland älter als 15 Jahre. Das sind mehr als 11 Millionen Fahrzeuge. Ein knappes Zehntel des Gesamtbestandes ist älter als 20 und jedes 50. Fahrzeug älter als 30 Jahre. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
Gewerkschaften gründen Beteiligungsfonds für Autozulieferer
Mit einem neuen, maßgeblich von IG Metall und IG BCE initiierten Beteiligungsfonds sollen kleinere Unternehmen durch die Corona-Krise gebracht werden, indem privates Kapital für den Mittelstand mobilisiert werden soll. Leiten sollen diese „Best Owner Consulting GmbH (BOG)“ der ehemalige BA-Chef Weise und der ehemalige Vorstand der Bosch-Kraftfahrzeugsparte, Bohr. IG-Metall-Chef Hofmann erklärte, die neue Gesellschaft habe vor allem kleine Autozulieferer im Blick. Die erste Aufgabe des Duos Weise/Bohr: Geld auftreiben für die BOG. Und zwar nicht nur bei Vermögensverwaltern und Fonds, die mit ihrem Investment die Industrie stützen wollen, sondern auch in der Industrie selbst. Weise und Bohr besuchen auf ihrer Roadshow auch Autohersteller und große Zulieferer. Das Kalkül: Die Konzerne brauchen stabile Lieferketten und zahlen deshalb Geld in den BOG-Topf, den die Initiatoren mit mindestens 500 Millionen Euro füllen möchten. (Quelle: Tagesspiegel, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
CDU-Wirtschaftsrat: Rohstoffabhängigkeit durch Lagerhaltung mindern
Der Wirtschaftsrat der CDU will die Lagerhaltung von Rohstoffen für Unternehmen mit einer Steuerreform attraktiver machen. Als Konsequenz aus den Problemen bei der Rohstoffbeschaffung in der Corona-Pandemie dürfe nicht auf eine staatliche Bevorratung wichtiger Rohstoffe gesetzt werden, sondern der Staat müsse insbesondere durch steuerliche Regelungen Anreize schaffen, dass Unternehmen verstärkt selbst Lagerhaltung betreiben könnten, heißt es in einem Positionspapier des Wirtschaftsrates. Insbesondere bei einigen kritischen Rohstoffen habe die Krise gezeigt, dass die Herstellung von Hightech-Produkten zum Beispiel für die Energiewende oder die Elektromobilität im Ernstfall ganz zum Erliegen gebracht werden könne, wenn die Lieferketten für die Materialien gestört seien. Deutsche Rohstoffabnehmer seien zudem „einer wachsenden Wettbewerbsverzerrung ausgesetzt, da viele Staaten durch die Verhängung von Exportzöllen und Ausfuhrrestriktionen sowie die Vergabe von Subventionen vermehrt in internationale Rohstoffmärkte eingreifen“, heißt es in dem Papier. „Um Rohstoffzugänge für die verarbeitende Industrie international wirksam zu jedem Zeitpunkt zu sichern, muss dringend ein marktwirtschaftlich ausgerichteter Ordnungsrahmen erarbeitet werden“, forderte der Generalsekretär des Rates, Steiger. Allerdings solle der Staat nicht wie beispielsweise bei der Erdölbevorratung selbst in die Sicherung der benötigten Rohstoffe einsteigen. Unternehmen wüssten am besten, welche Stoffe tatsächlich benötigt werden und in welchen Mengen sie bevorratet werden müssten. (Quelle: Welt, M+E-Newsletter Gesamtmetall)


Sozialpolitik
 
Raffelhüschen: Zwei Nullrunden bei Rente denkbar

Der Freiburger Rentenexperte Raffelhüschen hält 2021 und 2022 Nullrunden bei den gesetzlichen Renten für denkbar. "2021 dürfte es eine Nullrunde geben. 2022 könnte es eine weitere Nullrunde geben, wenn sich der Wachstumseinbruch noch lange hinzieht und wir eine U-förmige Konjunkturentwicklung erleben", sagte Raffelhüschen, der angesichts der Corona-Krise auch fordert, Rentenkürzungen zuzulassen: "Wenn Millionen Kurzarbeiter auf Lohn verzichten und Millionen ihren Job verlieren, sollten auch Rentner und Pensionäre ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten." Konkret regte er an, die Rentenformel wieder so zu gestalten wie 2003 von der Rürup-Kommission vorgeschlagen: "Wenn die Löhne sinken, müssen auch die Renten sinken. Und wenn man das politisch nicht will, sollten ausgefallene Rentensenkungen wenigstens in späteren Jahren nachgeholt werden." Dazu müsse der Nachholfaktor wieder eingeführt werden. (Quelle: Rheinische Post, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 

Ausbildung

Alwis-Sommercamp wird Herbstcamp
Wegen der Corona-Pandemie wurde das Alwis-Sommercamp, in dem Schüler Wirtschaft hautnah kennenlernen können, abgesagt. Jun soll es vom 19. bis 22. Oktober nachgeholt  werden – mit einem umfangreichen Hygienekonzept und vielen bunten, höchst unterschiedlichen Angeboten. Unter anderem können die Teilnehmer eine Kaffeerösterei oder eine Steinbildhauerei besuchen, sie werfen einen Blick auf das Arbeitsleben in der Hotellerie und bekommen einen Einblick in die neuesten Forschungen rund um künstliche Intelligenz.
Die Anmeldung ist bis zum 1. Oktober auf alwis-saarland.de/alwis-camp-wirtschaft möglich. Die Anzahl der Plätze ist aufgrund der Hygienemaßnahmen stark limitiert. Für die Teilnahme inkl. Übernachtung und Verpflegung für vier Tage in der Europa-Jugendherberge Saarbrücken, Anreise zu Unternehmen und Institutionen sowie Erlebnisprogramm wird ein Beitrag von 50 Euro pro Person erhoben. Weitere Infos erhalten Sie beim Verein ALWIS, per E-Mail an s.glaeser@alwis-saarland.de oder telefonisch unter 0681-302-64033.