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VSU-Schlagzeilen

Studie: Beschäftigte wünschen sich auch nach Corona weiter Homeoffice / ifaa: Factsheet "Benchmarking und Entgeltvergleiche" bietet Orientierung / Forum Wirtschaft und Inklusion wirbt für Einstellung von Menschen mit Behinderung

Arbeitswelt
Studie: Beschäftigte wünschen sich auch nach Corona weiter Homeoffice
ifaa: Factsheet "Benchmarking und Entgeltvergleiche" bietet Orientierung
Forum Wirtschaft und Inklusion wirbt für Einstellung von Menschen mit Behinderung

Konjunktur
IW: Verbrauchervertrauen im Keller
Lagarde: Ausblick für Euroraum sehr unsicher
WEF: Corona-Krise trifft Entwicklungsländer besonders hart
 
Wirtschaftspolitik
CDU-Politiker warnen EU vor Merkels Corona-Wiederaufbaufonds
Maas wirft USA im Pipeline-Streit Angriff auf EU-Souveränität vor
EZB lässt Leitzins unverändert
 
Steuern / Haushalt
Bundesrechnungshof sieht in Corona-Haushalt Verstoß gegen Grundgesetz
 
Digitalisierung
EuGH kippt EU-US-Datenschutzvereinbarung 'Privacy Shield'

 

Arbeitswelt
 
Studie: Beschäftigte wünschen sich auch nach Corona weiter Homeoffice

Ein Großteil der Beschäftigten in Deutschland wünscht sich laut einer Studie der Uni Konstanz auch über die Corona-Krise hinaus die Möglichkeit zum Arbeiten im Homeoffice. 56 Prozent der rund 700 Befragten möchten in Zukunft zumindest teilweise von Zuhause aus arbeiten, heißt es in dem Papier. Das „Wunschmodell“ sei bei vielen Befragten eine „ausbalancierte Mischung aus Homeoffice und Präsenztätigkeit“. Während 25 Prozent vollständig von Zuhause aus arbeiten wollen, gaben rund 42 Prozent an, zwei bis drei Tage pro Woche im Homeoffice zu bevorzugen. Die Befragung habe auch gezeigt, dass die Heimarbeit das Büro zwar als sozialen Fixpunkt des Zusammentreffens und Austauschs nicht vollständig ablösen kann. Dennoch bringe sie viele Vorteile: Mehr als 45 Prozent der Befragten habe angegeben, dass sie im Homeoffice besser und effektiver arbeiten könnten als im Büro, heißt es in der Auswertung der Studie. Ein Nachteil sei dagegen ein höheres Maß an sozialer Isolation. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
ifaa: Factsheet "Benchmarking und Entgeltvergleiche" bietet Orientierung
Wenn Unternehmen auf der Suche nach aussagekräftigen Daten in Bezug auf Entgelte sind, steht ihnen ein großes Angebot im Netz und bei zahlreichen Anbietern gegenüber. "Doch nicht alles, was im Internet zu finden ist oder angeboten wird, ist direkt nutzbar oder auf den eigenen Betrieb anwendbar", erläutert ifaa-Experte Feggeler. Das neue ifaa-Faktenblatt gibt Aufschluss, wie Unternehmen valide Daten finden und ihre Vergütungsstrategie marktgerecht aufstellen können. "Beim Benchmarking geht es nicht immer "nur" um die Fragen, was andere besser machen, wie sie es besser machen und was daraus gelernt werden kann. Orientierung muss auch quantifizierbar sein", so der Experte: "Dies gilt insbesondere für die Höhe gezahlter Entgelte bei stark nachgefragten Positionen im Fach- und Führungsbereich. Der Zugang zu gerade diesen Daten ist erschwert. Eine valide Datenbasis ist aber Voraussetzung dafür, die Vergütungsstrategie in Unternehmen marktgerecht aufzustellen und somit Fach- und Führungskräfte zu gewinnen oder zu halten, ohne die Personalkosten aus dem Blick zu verlieren." Für das Benchmarking von Verdiensten können unterschiedliche Anbieter als Quelle herangezogen werden. Sehr große Unterschiede gibt es allerdings bei der Qualität und dem Preis, den man zahlen muss. "Kostenlose Angebote beispielsweise von diversen Online-Portalen sind verführerisch, aber nicht unbedingt für die eigenen Zwecke wirklich zielführend", so der Wissenschaftler. Im Auge zu behalten sei stets, ob wesentliche Punkte für ein qualitatives Benchmarking gewährleistet sind.
Auch die Mitgliedsunternehmen von ME Saar und UV Saar beteiligen sich an dem regelmäßig durchgeführten Entgelt-Benchmark. Dazu melden die Unternehmen die eigenen Verdienstdaten an den Verband und erhalten im Gegenzug eine betriebsspezifische Auswertung. Daraus erkennen die teilnehmenden Betriebe ihre eigene Entgeltpositionierung im Vergleich zu anderen sowohl im Saarland als auch im Vergleich zu Unternehmen ihrer jeweiligen Branche und Betriebsgrösse. Interessierte Unternehmen  können in diesem Jahr noch bis Mitte August mit dabei sein ... wenden Sie sich bitte an Yvonne Di Pasquale (Tel. 0681 9543437 oder E-Mail: dipasqualethou-shalt-not-spammesaar.de) (Quelle: ifaa, M+E-Newsletter Gesamtmetall, Verband)

Forum Wirtschaft und Inklusion wirbt für Einstellung von Menschen mit Behinderung
Das Forum Wirtschaft und INKLUSION wirbt mit einer neuen Kampagne für die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung. Das Netzwerk zeigt wie inklusive Führung gelingt und teilt auf dem neuen LinkedIn-Kanal inspirierende Praxisbeispiele und Tipps zu Fördermöglichkeiten. Alle Infos sind für Sie auf www.beratungskompass-inklusion.de zusammengefasst. Über forum@bagabr.de können Sie Kontakt zum Forum aufnehmen. Das Forum Wirtschaft und INKLUSION ist aus dem Projekt Unternehmens-Netzwerk INKLUSION hervorgegangen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft ambulante berufliche Rehabilitation e. V. (BAG abR) hat das Projekt initiiert, weil Menschen mit einer Schwerbehinderung immer noch häufiger arbeitslos sind, obwohl sie meist eine entsprechende Qualifizierung vorweisen können. Der Grund: Vielen Betrieben fehlt es an wichtigen Sachinformationen, fachlichen Kenntnissen und Netzwerkpartnern. Im Rahmen des Projekts wurden deshalb mehr als 2.300 Unternehmen dahingehend beraten, wie Inklusion lohnend und inspirierend gestaltet werden kann. Weitere Infos unter: www.unternehmens-netzwerk-inklusion.de (Quelle: Forum Wirtschaft und Inklusion)


Konjunktur

IW: Verbrauchervertrauen im Keller
Mit dem Ausbruch der Corona-Epidemie ist das Verbrauchervertrauen weltweit eingebrochen. Da sich auf absehbare Zeit keine kräftige Erholung der Auslandsnachfrage einstellen dürfte, kommt der Konsumnachfrage eine hohe stabilisierende Kraft zu. Mit der Verbreitung des Virus in Europa, den umfassenden Lockdown-Maßnahmen und der historisch starken Verschlechterung der Wirtschaftsperspektiven ist auch hierzulande die Stimmung der Konsumenten im Keller. Während der Wert des TCB-IW-Verbrauchervertrauens vor Ausbruch der Krise in Deutschland im ersten Quartal 2020 mit 101,5 Punkten nur leicht unter den Werten der Vorquartale lag, fiel er im zweiten Quartal auf 86,8 Punkte, berichtet das Institut. Während die vorherige Abwärtsbewegung seit dem Höhepunkt von fast 108 Punkten Anfang 2018 das Resultat nachlassender Beschäftigungsimpulse infolge der konjunkturellen Abschwächung gewesen sei, reflektiere der aktuelle Sturz des Konsumindexes den außergewöhnlichen Wirtschaftseinbruch der letzten Monate durch die Corona-Pandemie. Der Einbruch des Konsumklimas in Deutschland ist kein Einzelfall. Auch auf europäischer oder globaler Ebene sieht das Bild ähnlich aus. Etwas besser ist die Lage in Taiwan und Südkorea, wo auch besonders gute Erfolge in der schnellen Bekämpfung der Corona-Epidemie erzielt werden konnten. Das gemeinsam von The Conference Board (TCB) und dem IW publizierte TCB-IW-Verbrauchervertrauen misst die Stimmung unter den Konsumenten auf einer international einheitlichen Basis. Die Daten werden vierteljährlich in Zusammenarbeit mit dem Befragungsunternehmen Nielsen im Rahmen des Global Consumer Confidence Survey erhoben. Der Konsumindex basiert auf drei Komponenten, die sich aktuell sehr unterschiedlich darstellen: Geradezu implodiert sind die von den Konsumenten wahrgenommenen Beschäftigungsperspektiven. Hier war bereits vor der Corona-Epidemie ein schwindender Optimismus zu verzeichnen. Während der Saldo zwischen positiven und negativen Erwartungen im ersten Quartal 2020 mit plus 16,1 Prozentpunkten noch deutlich auf der positiven Seite war, ist er infolge der Virusverbreitung im zweiten Quartal sprunghaft auf minus 42,2 Punkte gefallen. Fast 70 Prozent der Befragten haben weniger gute oder schlechte Beschäftigungsperspektiven. Das verwundert nicht, insofern sich 20 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit befinden und die Arbeitslosigkeit bereits zugenommen hat. Sorgen um den Arbeitsplatz lassen die Konsumenten vorsichtiger werden und dies dämpft die Kaufneigung. Vergleichsweise positiv ist hingegen die Bewertung der eigenen Finanzlage der Konsumenten. Hier hat sich der Saldo von plus 12,6 auf plus 9,7 Prozentpunkte nur überschaubar verschlechtert. Die Differenz zwischen optimistischen und pessimistischen Bewertungen ist immer noch im positiven Bereich. Darin spiegelt sich wider, dass sich die Einkommensverluste auch aufgrund der Kurzarbeit und erheblicher Unterstützungsleistungen des Staates bisher bei den meisten Haushalten noch in Grenzen halten. Die Sparneigung der privaten Haushalte dürfte sich allerdings merklich erhöht haben. Deutlich schlechter stellt sich im zweiten Quartal 2020 unter den Corona-Bedingungen die Anschaffungsneigung der Verbraucher dar. Nur noch 40 Prozent der befragten Konsumenten sehen derzeit einen guten Zeitpunkt für Kaufentscheidungen. Der Saldo wechselte das Vorzeichen und sank von plus 5,4 auf minus 15,4 Prozentpunkte. Gerade die Anschaffung von langlebigen Gebrauchsgütern könne aufgrund der eingetrübten Stimmung und einer Abwartehaltung der Konsumenten verschoben werden, worunter beispielsweise die Autoindustrie leide, heißt es in der Studie. Die Aufhebung von Lockdown-Maßnahmen, die vor allem im April 2020 vielen Konsumbereichen erheblich zugesetzt haben, dürfte mehr und mehr auch die Anschaffungsneigung wieder verbessern. Freilich trägt auch der künftige Verlauf der Erkrankungen zur Entwicklung der Kauflaune bei. Rückschläge und neuerliche Einschränkungen würden die Warteneigung wieder stärken. Eine Rückkehr zu früheren Konsumniveaus sei allein durch die Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens nicht zu erwarten. Für ein höheres Verbrauchervertrauen seien vor allem positive Signale auf dem Arbeitsmarkt und eine zügige Rückkehr auf einen spürbaren Wachstumspfad nötig. (Quelle: IW, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
Lagarde: Ausblick für Euroraum sehr unsicher

Die EZB rechnet nach den Worten ihrer Präsidentin Lagarde für das dritte Quartal mit einer Erholung der Wirtschaft in der Eurozone. Lagarde warnte jedoch, dass „Stärke und Tempo“ der Erholung „sehr unsicher“ seien. Die jüngsten Informationen deuteten darauf hin, dass die ökonomische Aktivität im April und Mai stark angezogen habe; allerdings bremsten Arbeitsplatz- und Einkommensverluste sowie die hohe Unsicherheit Konsum und Investitionen. Die Inflation dürfte in den nächsten Monaten laut Lagarde unter anderem wegen der Mehrwertsteuersenkung in Deutschland nachgeben, Anfang 2021 aber wieder steigen. Der grundlegende Inflationsdruck dürfte aber schwach bleiben. (Quelle: Dow Jones, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
WEF: Corona-Krise trifft Entwicklungsländer besonders hart
Experten sorgen sich um die großen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gerade für Länder mit sich entwickelnden Volkswirtschaften. Diese Länder "müssen möglicherweise anfangen, grundsätzlich über ein anderes Wachstumsmodell nachzudenken", sagte die leitende Direktorin des Weltwirtschaftsforums (WEF), Zahidi: "Möglicherweise können sie sich nicht auf das auf Herstellung basierende Wachstumsmodell verlassen, mit dem andere Teile der Welt ihre Volkswirtschaften ausgebaut und den Lebensstandard ihrer Bürger verbessert haben." Für Industriestaaten gebe es Wege aus der Krise, sagte Zahidi. Ein neuer Fokus könne für sie etwa die "green economy" sein. Auch für Länder wie China mit einem großen Binnenmarkt und riesigen Produktionskapazitäten stünden die Zeichen gut. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Wirtschaftspolitik
 
CDU-Politiker warnen EU vor Merkels Corona-Wiederaufbaufonds

Kurz vor Beginn des EU-Gipfels haben der Vorsitzende der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Linnemann, und der CDU-Europaabgeordnete Pieper vor der von Bundeskanzlerin Merkel favorisierten Finanzierung der geplanten Corona-750-Milliarden-Hilfen gewarnt. "Das Volumen des Fonds ist zu groß", schreiben die CDU-Politiker: "Eine Überlastung der ganzen EU droht." Mit dem 750-Milliarden-Fonds drohe die EU bereits in der Eurokrise gemachte Fehler zu wiederholen: "Als die Eurokrise die Konstruktionsmängel schonungslos offenlegte, wurden Rettungsschirme aufgespannt, die Druckerpresse der EZB angeworfen und politische Durchhalteparolen kreiert." Die Unionspolitiker warnen, die Finanzkraft Deutschlands und damit der Raum für grenzüberschreitende Umverteilung seien endlich. Die geplante Wiederaufbauhilfe stelle auch die Vereinbarkeit mit den Europäischen Verträgen infrage. Die darin für den Katastrophenfall verankerte einmalige Ausnahme vom Verschuldungsverbot der EU treffe auf den Wiederaufbaufonds nicht zu, weil die EU für dessen Finanzierung über die gesamte nächste siebenjährige Haushaltsperiode Schulden aufnehmen solle. Nötig seien "ehrliche Reformen statt neuer Schulden", heißt es weiter. Ein Reformprogramm müsse die Währungsunion auf stabilere Füße stellen und es müsse auch ein Restrukturierungsverfahren für Staaten beinhalten, das ein geordnetes Ausscheiden aus dem Euroraum möglich mache. (Quelle: Rheinische Post, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
Maas wirft USA im Pipeline-Streit Angriff auf EU-Souveränität vor

Bundesregierung und Wirtschaft kritisieren die angedrohten US-Sanktionen gegen die geplante Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2. “Die US-Regierung missachtet das Recht und die Souveränität Europas, selbst zu entscheiden wo und wie wir unsere Energie beziehen”, erklärte Außenminister Maas. Der Vorsitzende des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft, Hermes, sprach von einem “unfassbaren Tiefpunkt in den transatlantischen Beziehungen.” Seit dem 15. Juli gilt keine Ausnahmeregelung mehr für europäische Energiefirmen von dem US-Sanktionsgesetz CAATSA. Damit könnten ab sofort alle Unternehmen sanktioniert werden, die sich am Projekt Nord Stream 2 beteiligten, warnte der Ostausschuss. Maas betonte, die europäische Energiepolitik werde „in Europa gemacht und nicht in Washington. Extraterritoriale Sanktionen lehnen wir klar ab.” Man habe der US-Seite mehrfach deutlich gemacht, wie die deutsche und europäische Sicht auf das Pipeline-Projekt sei. Zudem bräuchte man eigentlich einen amerikanisch-europäischen Schulterschluss bei Sanktionen gegen Russland. “Dieses Bemühen wird durch die heutige US-Entscheidung noch schwieriger”, sagte der Außenminister. (Quelle: Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
EZB lässt Leitzins unverändert
Der EZB-Rat hat seine Geldpolitik wie erwartet unverändert gelassen, aber Handlungsbereitschaft signalisiert. Nach Mitteilung der EZB bleiben sowohl die Leitzinsen als auch die Wertpapierkaufprogramme sowie die sie betreffende Forward Guidance konstant. Der Hauptfinanzierungssatz beträgt 0,00 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz 0,25 Prozent und der Bankeinlagensatz minus 0,50 Prozent. Der EZB-Rat erwartet, dass die Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben, bis er feststellt, dass sich die Inflationsaussichten in seinem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe, aber unter 2 Prozent liegt. Diese Annäherung soll sich außerdem durchgängig in der Dynamik der Kerninflation widerspiegeln. Die Nettoanleihekäufe im Rahmen des APP-Programms betragen monatlich 20 Milliarden Euro zuzüglich 120 Milliarden Euro bis Jahresende, die der Rat im März beschlossen hatte. Der EZB-Rat erwartet, dass diese Nettokäufe so lange fortgesetzt werden, wie es für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung der Leitzinsen erforderlich ist. Die Käufe sollen erst kurz vor der ersten Leitzinserhöhung beendet werden. Die Käufe im Rahmen des Pandemiekaufprogramms PEPP haben ein Volumen von 1.350 Milliarden Euro und laufen mindestens bis Mitte 2021, auf jeden Fall aber so lange, bis der EZB-Rat der Ansicht ist, dass die Corona-Krisenphase vorbei ist. Die Tilgungsbeträge fälliger Anleihen werden bis mindestens Ende 2022 voll wieder angelegt. Die EZB sei überdies bereit, alle ihre Instrumente wie erforderlich anzupassen, um für eine Annäherung der Inflation an den Zielbereich zu sorgen, hieß es weiter. (Quelle: Dow Jones, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Steuern / Haushalt
 
Bundesrechnungshof sieht in Corona-Haushalt Verstoß gegen Grundgesetz

Die zur Finanzierung des Corona-Konjunkturpakets aufgenommenen Schulden des Bundes verletzen nach Ansicht des Bundesrechnungshofs die Verfassung. "Die zusätzliche Verschuldung im zweiten Nachtragshaushalt war objektiv nicht notwendig", sagte Rechnungshof-Präsident Scheller. Eigentlich sei das nötige Geld im Haushalt in Form milliardenschwerer Rücklagen und Sonderfonds, die trotz Krise nicht angetastet würden, bereits vorhanden. "Das entspricht nicht den Regeln des Grundgesetzes", sagte Scheller: "Dafür eine angebliche Notlage festzustellen verletzt aus meiner Sicht die Schuldenbremse des Grundgesetzes nach Artikel 115." Die Haushaltsgrundsätze „Jährlichkeit, Klarheit und Wahrheit“ seien nicht eingehalten worden. Unter Jährlichkeit versteht man die Pflicht der öffentlichen Verwaltung, den jeweiligen Haushalt innerhalb des Kalenderjahrs zu beschließen. (Quelle: dpa, Spiegel, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 

Digitalisierung
 
EuGH kippt EU-US-Datenschutzvereinbarung 'Privacy Shield'

Der EuGH hat die EU-US-Datenschutzvereinbarung "Privacy Shield" gekippt. Im Rechtsstreit des österreichischen Juristen Schrems gegen Facebook erklärten die Luxemburger Richter allerdings, dass Nutzerdaten von EU-Bürgern weiterhin auf Basis sogenannter Standardvertragsklauseln in die USA und andere Staaten übertragen werden können. Schrems hatte bei der irischen Datenschutzbehörde beanstandet, dass Facebook Irland seine Daten an den Mutterkonzern in den USA weiterleitet. Er begründete seine Beschwerde damit, dass Facebook in den USA dazu verpflichtet sei, US-Behörden die Daten zugänglich zu machen, ohne dass Betroffene dagegen vorgehen könnten. Der EuGH erklärte nun, mit Blick auf die Zugriffsmöglichkeiten der US-Behörden seien die Anforderungen an den Datenschutz nicht gewährleistet. Zudem sei der Rechtsschutz für Betroffene unzureichend. (Quelle: dpa, EuGH, M+E-Newsletter Gesamtmetall)