Jeden Tag aktuell: Informationen aus Wirtschaft und Verbänden

VSU-Schlagzeilen 14.09.2021

VSU: Politik muss Klarheit für Lohnfortzahlung in Quarantäne schaffen / Regierung erwartet Kurzarbeit-Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro / Regierung: Drei Millionen arbeiten in einem „Midijob“ / Dulger fordert grundlegende Reformen

Saarland 
VSU: Politik muss Klarheit für Lohnfortzahlung in Quarantäne schaffen 
Landtag will Solidaritätserklärung für Ford verabschieden 
Parteienvertreter diskutieren vor der Wahl mit der Saar-Wirtschaft 

Arbeitswelt 
Regierung erwartet Kurzarbeit-Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro 
Regierung: Drei Millionen arbeiten in einem „Midijob“ 
Fratzscher: Mindestlohn von 12 Euro notwendig und richtig 
  
Konjunktur
HWWI: Industrierohstoffe im August deutlich billiger 
  
Sozialpolitik 
IW-Studie: Arbeitende Rentner haben überdurchschnittlich viel Geld 
  
Steuern/ Haushalt 
DIHK fordert umfassende Steuerreform für Unternehmen 
  
Klimapolitik 
Regierung plant strengere Vorgaben der Kaufprämien für Plug-in-Hybride 
  
Politik 
Dulger fordert grundlegende Reformen 
  
Wettbewerb 
IdeenSpringen - Neuer Schülerwettbewerb der Ingenieurkammer gestartet  
  
  

Saarland 

VSU: Politik muss Klarheit für Lohnfortzahlung in Quarantäne schaffen 
Die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) begrüßt die Ankündigung von Ministerpräsident Tobias Hans, die Entgeltfortzahlung in der Quarantäne bei Ungeimpften auszusetzen. „Wenn Menschen die Möglichkeit haben, sich gegen Corona impfen zu lassen, ist es nicht zu begründen, dass bei einer vermeidbaren Quarantäne die Allgemeinheit dafür einstehen und die Entgeltfortzahlung übernehmen soll“, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer der VSU. „Selbstredend gilt das nicht für Menschen, bei denen medizinische Gründe gegen eine Impfung sprechen.“  
In diesem Zusammenhang wiederholt Schlechter den Aufruf der Unternehmensverbände an alle Beschäftigten, sich impfen zu lassen. „Die Pandemie werden wir nur in den Griff bekommen, wenn möglichst viele Menschen das Impfangebot annehmen. Auf dem Weg zur Normalität ist die Corona-Impfung ein entscheidender Schritt.“ 
Spätestens Ende September könnten alle Saarländer den vollständigen Impfschutz erlangt haben. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass Ungeimpfte dann – außer bei medizinisch begründeten Ausnahmen – die Kosten in der Quarantäne selbst übernehmen. Allerdings darf das Risiko der Fortzahlung auch nicht auf die Unternehmen verlagert werden.  
Schlechter fordert deshalb ein umfangreiches Fragerecht des Arbeitgebers zu den Gründen einer Quarantäne. Denn nur bei einer Kenntnis der Faktenlage könne der Arbeitgeber beurteilen, ob eine Entgeltfortzahlung möglich ist oder nicht. „Das Risiko tragen nach aktueller Rechtslage die Unternehmen, da sie in Vorleistung gehen und dann die Erstattung beim Land beantragen müssen. Wenn dieses die Zahlung ablehnt, bleibt die Belastung beim Arbeitgeber.“ Deshalb muss der Arbeitgeber nicht nur den Impfstatus sondern auch die genauen Gründe einer Quarantäne erfragen dürfen. „Hier muss der Gesetzgeber Rechtssicherheit schaffen.“ 
Für die CDU ist klar, dass die Lohnfortzahlung entfallen wird. "Es gibt Menschen, die kokettieren ja noch damit, dass sie alles, was Impfung und Corona angeht, für Schwachsinn halten. Da kann keine Solidarität mit geübt werden", sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Scharf.  Auch die SPD spricht sich für eine entsprechende Regelung aus. Die Linke hingegen hält die Pläne der Landesregierung für nicht vertretbar. "Wenn man Leute in Quarantäne schickt, besteht auch eine Verantwortung der öffentlichen Hand, die Leute beruflich zu entschädigen", sagte der Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine. Die AfD wehrt sich vehement dagegen aus, die Lohnfortzahlung auszusetzen. Das sei unerhört und nur ein weiterer Versuch, eine allgemeine Impfpflicht durch die Hintertür durchzusetzen. (Quellen: VSU, SR) 

Landtag will Solidaritätserklärung für Ford verabschieden 
Der Landtag will in seiner morgigen Sitzung eine Solidaritätserklärung für das Ford-Werk in Saarlouis verabschieden. Einen entsprechenden Antrag haben die Fraktionen von CDU und SPD eingebracht. Im Antrag heißt es unter anderem, dass das Saarland ein Autoland ist, „und wir Saarländer und Saarländerinnen wollen es auch bleiben“. Ford Saarlouis stehe für erfolgreichen Strukturwandel. Die Parlamentarier appellieren deshalb an die Unternehmensspitzen, dass Saarlouis über 2025 hinaus weiter Standort für moderne Mobilität sein wird. Dafür werde die saarländische Politik alles tun, um den Standort Saarlouis für eine erfolgreiche Zukunft aufzustellen. 
Unterdessen gibt es Hinweise, dass im Saarlouiser-Werk künftig ein Elektrolieferwagen für den Online-Händler Amazon gebaut werden könnte. Das hatte der saarländische FDP-Landeschef Oliver Luksic der Saarbrücker Zeitung gesagt. Ford habe sich als Investor beim Elektro-Lieferwagenhersteller Rivian engagiert, der für die Produktion des Amazon-Modells einen Standort in Europa suche. Dafür sei auch das Saarlouiser Werk geeignet.  
Heute findet in Saarlouis ein Aktionstag statt, bei dem Beschäftigte für den Erhalt des Werkes in Saarlouis demonstrieren. (Quellen: Saarländischer Landtag, Saarbrücker Zeitung, SR) 

Parteienvertreter diskutieren vor der Wahl mit der Saar-Wirtschaft 
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Esra Limbacher (SPD), Oliver Luksic (FDP), Gerhard Wenz (Grüne), Thomas Lutze (Linke) und Christian Wirth (AfD) stellten sich gestern bei einer Veranstaltung der IHK den Fragen interessierter Wirtschaftsvertreter. Diese wollten wissen, welche Lösungen die Kandidaten für die drängenden Probleme der Unternehmen anbieten. Unter anderem der hohe Bürokratieaufwand oder die Belastung durch Steuern und Abgaben waren Themen, die dem IHK-Präsidenten Hanno Dornseifer unter den Nägeln brennen. Während die Parteien sich weitgehend einig sind, dass Bürokratielasten abgebaut werden sollten – Annegret Kramp-Karrenbauer plädierte sogar dafür, mit jeder neuen Regelung zwei bestehende abzuschaffen – herrscht bei den Abgaben ein weniger klares Bild. FDP und CDU lehnen zusätzliche Belastungen ab, während SPD-Kandidat Limbacher für einen Aufschlag beim Spitzensteuersatz plädierte und Lutze über eine Reform höhere Erbschafts- und eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer forderte. Die Handwerkskammer wiederum forderte eine kostenlose Meister- und Technikerausbildung, um der Nachfolgeproblematik in vielen Handwerksbetrieben zu begegnen. Hier zeigten sich SPD und CDU offen. (Quellen: VSU, Saarbrücker Zeitung) 


Arbeitswelt 
  
Regierung erwartet Kurzarbeit-Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro 
Die Bundesregierung will die Corona-Sonderregeln für Kurzarbeit um drei weitere Monate bis Ende 2021 verlängern und rechnet dadurch mit Mehrausgaben der BA von rund 1,2 Milliarden Euro, wie aus dem Verordnungsentwurf hervorgeht. Zudem wird der Stichtag 30. September aufgehoben. Die Sozialbeiträge werden den Arbeitgebern somit auch dann in voller Höhe erstattet, wenn mit Kurzarbeit erst nach diesem Datum begonnen wird. Gleiches gilt für die abgesenkte Schwelle, dass nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen, damit ein Betrieb Kurzarbeit anmelden kann. Allein in diesem Jahr hat die Bundesagentur bis Ende voriger Woche rund 18 Milliarden Euro für Kurzarbeit ausgegeben, wie ein BA-Sprecher mitteilte. Davon seien rund 10,8 Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld und rund 7,2 Milliarden Euro zur Erstattung der Sozialbeiträge geflossen. Derzeit wende die BA wöchentlich etwa 300 Millionen Euro für Kurzarbeit auf. (Quelle: Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
Regierung: Drei Millionen arbeiten in einem „Midijob“ 
Im Dezember 2020 haben knapp drei Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in einem sogenannten Midijob gearbeitet, also ein Bruttoeinkommen von 450 Euro bis 1.300 Euro monatlich verdient. Davon waren rund 380.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte also Menschen im Grundsicherungsbezug, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage im Bundestag ausführt. Aus den angeführten Zahlenreihen werde deutlich, dass der Anteil der Midijob-Arbeitenden unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 2005 deutlich gestiegen ist, von damals 3,6 Prozent (945.000) auf 8,9 Prozent im vergangenen Jahr, heißt es weiter. 
Nach Angaben der BA-Beschäftigungsstatistik haben im Jahr 2020 rund vier Millionen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte der Kerngruppe ein mittleres Bruttomonatsentgelt im unteren Entgeltbereich (bis 2.284 Euro) erzielt, was einem Anteil von 18,7 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entspricht, wie aus der Regierungsantwort auf eine weitere Anfrage hervorgeht. Demnach hat es im Dezember 2020 insgesamt rund sieben Millionen geringfügig Beschäftigte gegeben, davon waren rund vier Millionen ausschließlich geringfügig tätig und knapp drei Millionen im Nebenjob geringfügig beschäftigt. (Quelle: Bundestag, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
Fratzscher: Mindestlohn von 12 Euro notwendig und richtig 
DIW-Präsident Fratzscher plädiert für eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro, weil ein solcher Schritt wahrscheinlich in den kommenden zwei Jahren "größte soziale Verbesserungen" für viele Menschen in Deutschland mit sich bringen würde. "Für mehr als ein Fünftel aller Beschäftigten würde es zum Teil drastische Lohnerhöhungen bedeuten. Ein höherer Mindestlohn würde wahrscheinlich wenige Jobs kosten. Das ist die Erfahrung der Einführung des Mindestlohns", sagte Fratzscher: "Ein Mindestlohn von 12 Euro wäre aus jeglicher Perspektive sinnvoll – abgesehen davon, dass es dem Staat auch eine Menge zusätzliche Steuereinnahmen bringt, umgerechnet 17 bis 20 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen durch zusätzliche wirtschaftliche Aktivität, höhere Einkommen und damit höheren Konsum. Auch die Sozialausgaben für Aufstocker würden reduziert werden." (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Konjunktur 
  
HWWI: Industrierohstoffe im August deutlich billiger 
Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im August insgesamt um durchschnittlich 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken und lag damit 72,6 Prozent über seinem entsprechenden Vorjahreswert. Der Rückgang des Gesamtindex sei auf sinkende Preise für Rohöl und für einige Industrierohstoffe zurückzuführen, berichtet das Institut. Die Preise für Kohle und Erdgas hingegen stiegen im August gegenüber dem Vormonat stark an und auch einige Nichteisenmetalle, wie zum Bespiel Aluminium, verzeichneten Preisanstiege. Der Teilindex für Eisenerz und Stahlschrott fiel im August um durchschnittlich 21,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, was insbesondere auf den Preisverfall auf den Märkten für Eisenerz zurückzuführen sei. Grund für den Rückgang ist die Einschränkung der Stahlproduktion in China aus Gründen des Klimaschutzes. Auf den Märkten für Nichteisenmetalle waren im August größtenteils Preissteigerungen zu beobachten. Insbesondere die Preise für Aluminium stiegen im August gegenüber dem Vormonat. Der Kupferpreis hingegen verzeichnete im August einen leichten Rückgang. Insgesamt fiel der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 10,6 (auf Eurobasis minus 10,3) Prozent auf 190,0 (Eurobasis: 179,2) Punkte. (Quelle: HWWI, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Sozialpolitik 
  
IW-Studie: Arbeitende Rentner haben überdurchschnittlich viel Geld 
Eine neue IW-Studie kommt zu dem Schluss, dass erwerbstätige Rentner häufig hochqualifiziert sind und durchschnittliche Renten beziehen. Der Auswertung von Daten des Sozio-ökonomischen Panels zufolge sind 43 Prozent der erwerbstätigen Rentner zwischen 63 und 68 Jahre alt, über die Hälfte von ihnen lebt in einem Paarhaushalt. Sie sind überwiegend männlich. 37 Prozent von ihnen sind hochqualifiziert, haben also einen Fachschul-, Meister- oder akademischen Abschluss. Bei den Nichterwerbstätigen liegt dieser Anteil nur bei 27 Prozent. Das mittlere monatliche Nettoäquivalenzeinkommen, also das nach einzelnen Haushaltsmitgliedern gewichtete Pro-Kopf-Einkommen, eines arbeitenden Rentners beträgt 2.000 Euro. Das eines Rentners ohne Arbeit liegt bei rund 1.670 Euro. Jeder zweite erwerbstätige Rentner verdient 450 Euro brutto oder weniger, der Durchschnitt liegt bei rund 1.600 Euro. Würde die These stimmen, dass Rentner arbeiten gehen, um ihre existenziellen Nöte zu überwinden, müsste ihre Rente besonders niedrig sein, argumentiert das IW. Die Auswertung der Daten zeige jedoch, dass es keinen Unterschied in der Rentenhöhe zwischen arbeitenden und nicht arbeitenden Rentnern gibt. Andere Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass finanzielle Motive eher eine untergeordnete Rolle spielen: „In Befragungen konnte man bereits feststellen, dass der Spaß an Arbeit und der Kontakt zu anderen Menschen wichtiger sind als zusätzliches Geld“, sagte IW-Studienautor Schäfer: „Das Bild des armen Rentners, der aus Not in die Arbeit getrieben wird, kann jedenfalls nicht bestätigt werden.“ (Quelle: IW, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Steuern/ Haushalt 
  
DIHK fordert umfassende Steuerreform für Unternehmen 
Der DIHK fordert von der nächsten Bundesregierung eine niedrigere Steuerbelastung, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erhöhen. Im Rahmen einer grundsätzlichen Reform fordert der DIHK neben einer deutlich niedrigeren Gesamtbelastung auch die Abschaffung der Gewerbesteuer. Die mit ihr einhergehenden Sonderregelungen hält der DIHK für aus der Zeit gefallen, weil die Belastung stark schwanke und für Bürokratie sorge. Die Gewerbesteuer solle deshalb einer gewinnabhängigen Kommunalsteuer weichen. Außerdem fordert der DIHK die dauerhafte Möglichkeit zur beschleunigten Abschreibung von Investitionsgütern. Zudem müsse der Verlustrücktrag auf mehr als 10 Millionen Euro und auf wenigstens drei Jahre ausgeweitet werden. "Unternehmen brauchen attraktivere Rahmenbedingungen, um wieder stärker zu investieren", sagte DIHK-Präsident Adrian. Die nächste Bundesregierung sollte nach vielen Jahren mit wenig Bewegung bei den Steuern "durch eine kluge Steuerpolitik für eine Aufbruchsstimmung sorgen". (Quelle: Dow Jones, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Klimapolitik 
  
Regierung plant strengere Vorgaben der Kaufprämien für Plug-in-Hybride 
Bei der geplanten Verlängerung der deutlich höheren Kaufprämie für Elektroautos sind strengere Vorgaben für Plug-in-Hybridfahrzeuge geplant. "Plugins" seien weiterhin förderfähig, müssten aber künftig längere Reichweiten im rein elektrischen Betrieb aufweisen, wie aus dem BMWi-Entwurf für eine neue Förderrichtlinie hervorgeht. Die deutlich höhere staatliche E-Auto-Kaufprämie soll, wie bereits politisch beschlossen, bis Ende 2025 verlängert werden. Bisher ist sie bis Ende 2021 befristet. Das Wirtschaftsministerium gab nun die notwendige Änderung der Förderrichtlinie für die Verlängerung in die Ressortabstimmung. Sie sei ein zentrales Instrument, um den Markthochlauf der Elektromobilität weiter mit Nachdruck voranzutreiben, heißt es im Entwurf. Allein im ersten Halbjahr 2021 seien über 258.000 Fahrzeuge mit der Innovationsprämie gefördert und rund 1,32 Milliarden Euro ausbezahlt worden. Bei der neuen Förderrichtlinie soll laut Entwurf die Regelung zu Plug-in-Hybridfahrzeugen strenger gefasst und auf den elektrischen Antrieb fokussiert werden. Bei Plug-in-Hybriden muss bisher entweder ein CO2-Kriterium erfüllt sein oder eine Mindestreichweite gegeben sein. Ab dem 1.10.2022 soll das CO2-Kriterium wegfallen und das Erfordernis einer rein elektrischen Mindestreichweite von 60 Kilometern greifen. Ab dem 1.1.2024 müssen Plugin-Hybride laut Entwurf der Förderrichtlinie eine Mindestreichweite von 80 Kilometern vorweisen, um förderfähig zu sein. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Politik 
  
Dulger fordert grundlegende Reformen 
BDA-Präsident Dulger hat grundlegende Reformen in Deutschland etwa auf dem Gebiet der Steuer- und Sozialpolitik sowie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren gefordert. Zur Steuerpolitik sagte Dulger: "Es muss vor allem auch für Normalverdiener in Zukunft mehr Netto vom Brutto übrig bleiben. Das Steuersystem muss leistungsgerechter gestaltet werden. Die hohe Last der Einkommenssteuer schwächt die Wirtschaft insgesamt." Die Arbeitgeber forderten daher die Anhebung des Grundfreibetrags und eine Verschiebung des Tarifverlaufs: "Die Kalte Progression und der "Mittelstandsknick" sind uns ein Dorn im Auge. Wir sind der Meinung, dass der Lohn aus harter Arbeit nicht vom Steuertarif aufgefressen werden darf." Reformbedarf gebe es auch bei den Sozialversicherungen: "Wer die Sozialversicherungen erhalten will, der muss sie reformieren. Wer vorgaukelt, es könne alles und noch mehr versprochen werden, der zerschlägt das Fundament der beitragsfinanzierten Versicherungen und nimmt Kurs auf ein Sozialsystem, das staatsgeleitet und steuerfinanziert von Kassenlage und politischen Opportunitäten abhängig ist." Das sei weder nachhaltig noch generationengerecht, sondern zukunftsfern: "Daher treten wir Arbeitgeber für sensible, aber konsequente Reformen in allen sozialen Sicherungssystemen ein. Wir wollen, dass die Menschen weiter in dieses System vertrauen können." Dulger kritisierte außerdem, Baugenehmigungen dauerten inzwischen bis zu zwei Jahre und in großen Städten noch viel länger. "Das muss künftig in ein paar Monaten klappen. So wie es im Moment läuft, ist es nicht nur unattraktiv, es ist schon fast eine Katastrophe. Ich glaube, Verwaltungsreform ist dafür der falsche Begriff. Wir brauchen hier einen Mentalitätswechsel", forderte der BDA-Präsident. Das gelte auch für das Thema Bürokratieabbau: "Wir brauchen hier weniger Zettel und mehr Wirtschaft." Bei der Abkehr von Kohle-Energie erlebe die Wirtschaft einen enormen Wandel, sagte Dulger weiter: "Das ist für uns als Industrienation eine gewaltige Aufgabe. Ich erwarte von einer zukünftigen Bundesregierung, dass sie Spaß am Gestalten hat, dass sie Freiraum für Erfinder lässt und nicht nur Verbote erlässt." Als ein weiteres zentrales Thema nannte Dulger die Bildung: "Bildung ist der Battleground der Zukunft. Wir müssen die jungen Menschen gut ausbilden und sie an die Herausforderungen dieser globalisierten Welt heranführen." Es rücke eine enorm gut ausgebildete, leistungsfähige junge Generation nach. "Die müssen wir aber auch machen lassen. Die dürfen wir nicht durch Verbote oder falsche Ideologien einschränken – sie müssen sich entfalten können“, forderte der BDA-Präsident: „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes entscheidet sich doch vor allem an den Fragen: Welche Talente können wir in unseren Unternehmen fördern? Wie agil reagieren wir auf die digitalen Transformationen unserer Zeit? Mit der Erstausbildung ist es jedenfalls nicht getan. Berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind unser Ticket zum Wohlstand von morgen. Unsere Kinder sind die Köpfe von morgen, und Bildung ist doch die eigentliche soziale Frage." (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 


Wettbewerb 

IdeenSpringen - Neuer Schülerwettbewerb der Ingenieurkammer gestartet  
Saarländische Schülerinnen und Schüler sind wieder aufgerufen, sich am Wettbewerb „Junior.ING“ zu beteiligen. Damit startet dieser in seine 15. Runde. Über 3.900 Schülerinnen und Schüler haben sich bisher im Saarland mit über 1.400 Miniaturmodellen an dem Nachwuchswettbewerb beteiligt. Nun wurde Junior.ING in die Liste der von der Kultusministerkonferenz empfohlenen Schülerwettbewerbe aufgenommen. In diesem Jahr geht es für die Schülerinnen und Schüler darum, eine Skisprungschanze zu planen und als Modell zu bauen, die voll funktionstüchtig ist. Alle Schülerinnen und Schüler von allgemein- und berufsbildenden Schulen des Saarlandes sind aufgerufen, ihr handwerkliches Geschick, ihre Kreativität und weitsichtige Planung unter Beweis zu stellen. 
Der Schülerwettbewerb mit seinen jährlich wechselnden Aufgaben hat sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil im Lehrplan der teilnehmenden saarländischen Schulen entwickelt. „Besonders stolz hat mich gemacht, dass beim letztjährigen Schülerwettbewerb im Saarland, trotz der durch die Corona-Pandemie erschwerten Unterrichtsbedingungen in den Schulen, bundesweit die meisten Modelle eingereicht wurden. Die stetig hohe Beteiligung an den bisherigen Schülerwettbewerben unserer Ingenieurkammer zeigt, dass die jungen Leute hierzulande ein spürbares Interesse an der Lösung technischer Aufgabenstellungen besitzen“, sagt Dr.-Ing. Frank Rogmann, Präsident der Inge-nieurkammer des Saarlandes.  
Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, die in diesem Jahr wieder die Schirmherrschaft übernommen hat, betont: „Kinder und Jugendliche verfügen über einen enormen Schatz an Kreativität, künstlerischen Fähigkeiten und Lust auf Innovation. Nicht umsonst hat die Kultusministerkonferenz ihn in ihre Liste der empfohlenen und als unterstützenswert eingestuften Wettbewerbe aufgenommen.“ 
Zugelassen sind Einzel- und Gruppenarbeiten. Die Bewertung erfolgt in zwei Alterskategorien. Neben der Einhaltung der Abmessungen und vorgegebenen Materialien sowie dem Bestehen des Belastungstests bewertet eine Fachjury in besonderer Weise auch die Entwurfsqualität des Tragwerks sowie die Gestaltung und Originalität. Daneben wird auch die Verarbeitungsqualität des Modells beurteilt. Anmeldeschluss ist der 30. November 2021 - die Abgabe der Modelle muss bis zum 11. Februar 2022 erfolgen. 
Die Landessieger der beiden Alterskategorien – bis Klassenstufe 8 und ab Klassestufe 9 – nehmen zudem am Bundeswettbewerb teil, der zusätzlich mit einem Sonderpreis der Deutschen Bahn für ein besonders innovatives Projekt dotiert ist. Mittlerweile wird der Schülerwettbewerb in 15 Bundesländern durchgeführt.  
Informationen zum Schülerwettbewerb "Junior.ING" gibt es auf der Internetseite der Ingenieurkammer www.ing-saarland.de oder unter www.junioring.ingenieure.de. (Quelle: Ingenieurkammer des Saarlandes)