Jeden Tag aktuell: Informationen aus Wirtschaft und Verbänden

VSU-Schlagzeilen 06.10.2021

Millionenförderung für Forschung der Saar-Universität / Saar-Gastgewerbe unter Personaldruck / Forderungen nach stärkerer Regulierung der Energiepreise in der EU werden lauter

Saarland 
Millionenförderung für Forschung der Saar-Universität 
Saar-Gastgewerbe unter Personaldruck 

Tarifpolitik 
Tarifverhandlungen der Länder starten – Hessen bleibt auf Sonderweg 
  
Arbeitswelt 
Großbritannien: Große Probleme bei Anwerbung von Arbeitskräften aus der EU 
  
Wirtschafts- und Finanzpolitik 
US-Finanzministerin warnt: Rezession durch Zahlungsausfall 
EU-Minister kürzen Liste der Steueroasen 
  
Industrie und Handel 
Nächster Lieferengpass: In Hamburg, Rotterdam und Antwerpen stecken Container fest 
Deutscher Pkw-Markt im September: Rund ein Viertel weniger Neuzulassungen 
Zulieferindustrie: Lieferketten zum Zerreißen gespannt 
  
Energie und Umwelt 
Forderungen nach stärkerer Regulierung der Energiepreise in der EU werden lauter 
Windkraftbranche fordert mehr Tempo beim Offshore-Ausbau 

Saarland 

Millionenförderung für Forschung der Saar-Universität 
Die Universität des Saarlandes erhält eine Förderung in Höhe von 1,74 Millionen Euro für die Forschung im Bereich Quantencomputer. In dem Projekt wird ein sogenannter photonischer Quantencomputer erforscht, für dessen Messung und das Weiterreichen der Ergebnisse eine sehr schnelle Elektronik und Manipulation von Lichtzuständen untersucht werden müssen. Projektpartner sind die Technische Universität München, die Universität Paderborn, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Freie Universität Berlin, das Ferdinand-Braun-Institut Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik, das DLR - Institut für optische Sensorsysteme und die Q.ant GmbH. „Die Quantentechnologie ist eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Ich freue mich, dass die wissenschaftlichen Leistungen der Universität des Saarlandes, insbesondere der Quantenphysik, als Teil eines übergreifenden Netzwerkes substantiell gefördert werden“, sagt Ministerpräsident Tobias Hans. (Quelle: Staatskanzlei) 

Saar-Gastgewerbe unter Personaldruck
Das Gastgewerbe im Saarland hat in der Corona-Pandemie viele Fachkräfte verloren. Darauf weisen der Hotel- und Gaststättenverband Saarland (Dehoga) und die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) hin. Bereits vor Monaten hatte der Dehoga darauf aufmerksam gemacht, dass die Branche besonders unter der Pandemie gelitten hat und zahlreiche Angestellte in andere Branchen abgewandert sind. Teilweise hätten Lebensmitteldiscounter in Kampagnen gezielt Mitarbeiter des Gastgewerbes angesprochen. Nach Angaben der Gewerkschaft NGG hat das Gastgewerbe innerhalb der vergangenen zwei Jahre fast ein Fünftel seiner Fachkräfte verloren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei in dem Bereich um 14,3 Prozent gesunken, von 8174 auf 7007 Beschäftige. Zudem sei fast jede fünfte Fachkraft weggefallen: Ihre Zahl habe sich von 4762 auf 3846 reduziert. Dramatisch sei auch der Rückgang der Minijobber: Ihre Zahl fiel um rund 30 Prozent von 11.155 auf 7772. (Quelle: SR) 


Tarifpolitik 
  
Tarifverhandlungen der Länder starten – Hessen bleibt auf Sonderweg 
Am Freitag starten die Tarifverhandlungen der Länder. Würden die Forderungen der Gewerkschaften erfüllt, kämen auf die Haushalte Mehrbelastungen in Milliardenhöhe zu. Würden die Gewerkschaftsforderungen erfüllt, kämen auf die Länderhaushalte jährliche Mehrbelastungen von 7,5 Milliarden Euro zu, sagte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Niedersachsens Finanzminister Hilbers (CDU), dem Handelsblatt. Dies sei „illusorisch“. Die Gewerkschaften Verdi und DBB Beamtenbund und Tarifunion fordern fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Entgelte der Arbeitnehmer im Gesundheitswesen, die beispielsweise in den Uni-Kliniken bei der Bekämpfung der Coronapandemie geholfen haben, sollen um 300 Euro monatlich erhöht werden. 
Für die 45.000 Bediensteten des Landes Hessen wird derzeit autonom verhandelt. Der hessische Alleingang in der Tarifpolitik findet kein Ende. Zudem erschweren viele Unterschiede eine Rückkehr. Es war der damalige hessische Innenminister Bouffier (CDU), der 2004 ankündigte, Hessen wolle eine eigene Tariflandschaft entwickeln, unabhängig von dem, was in anderen Bundesländern geschehe. Ein Schritt, der damals viel Protest hervorrief – vor allem die Gewerkschaften mochten nicht recht glauben, dass die eigenständige Topographie wirklich so viel vorteilhafter aussehen werde als die im Rest der Bundesrepublik. Jetzt werden wieder Verhandlungen für Hessen aufgenommen. In dieser Woche macht die Gewerkschaft Verdi mit einigen Warnstreiks auf sich aufmerksam, nächste Woche wird wieder verhandelt. (Quellen: handelsblatt.com, FAZ, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 

  
Arbeitswelt 
  
Großbritannien: Große Probleme bei Anwerbung von Arbeitskräften aus der EU 
Großbritannien hat große Probleme, dringend benötigte Tanklasterfahrer aus der EU anzuwerben. Wie Premierminister Johnson der BBC am Dienstag am Rande des Parteitags der Konservativen in Manchester sagte, hat die Regierung bislang nur 127 Anträge auf ein Sonderkontingent an Arbeitserlaubnissen erhalten. Das ist weniger als die Hälfte der geplanten 300 Sondervisa. Johnson widersprach aber der britischen Zeitung "The Times", die von nur 27 Anträgen berichtet hatte. „Das Lieferkettenproblem wird überwiegend durch die wirtschaftliche Erholung verursacht“, sagte Johnson. Der Fahrermangel sei ein globales Problem. Die Logistikfirmen würden die Krise bald in den Griff bekommen, versprach er. Er wolle aber nicht zum „gescheiterten Wirtschaftsmodell“ vor dem Brexit zurückkehren, das auf der Einwanderung von „Niedriglöhnern“ und „Geringqualifizierten“ fußte. 
Die Personalengpässe in der britischen Fleischindustrie treiben auch Bauern zu verzweifelten Schritten. Die ersten Landwirte haben damit begonnen, Hunderte Schweine zu keulen, weil sonst die Ställe nicht mehr ausreichen. Am Dienstag wurden die ersten 600 Tiere, darunter auch Ferkel, in Bauernhöfen in East Anglia getötet. Die Bauern vernichten die Körper. Das Fleisch kann nicht verwendet werden. Das Problem spitzt sich rasch zu. Nach Schätzungen aus der Branche könnte es sein, dass am Ende bis zu 120.000 Schweine nutzlos getötet werden müssten. (Quellen: AFP, FAZ, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Wirtschafts- und Finanzpolitik 

US-Finanzministerin warnt: Rezession durch Zahlungsausfall 
Ein Zahlungsausfall der US-Regierung würde nach Ansicht von Finanzministerin Yellen zu einer „Rezession“ führen. Falls der Kongress die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig anheben oder aussetzen sollte, drohten „katastrophale“ Folgen, warnte Yellen im TV-Sender CNBC. „Ich erwarte absolut, dass dies auch eine Rezession verursachen würde“, sagte die Ministerin. Das Verhalten im Kongress gefährde die Erholung der US-Wirtschaft von der Corona-Krise und sei „unverantwortlich“, sagte Yellen. Das Finanzministerium hat gewarnt, den USA könnte ab dem 18. Oktober das Geld ausgehen. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
EU-Minister kürzen Liste der Steueroasen 
Die EU streicht das britische Überseegebiet Anguilla sowie die Inselstaaten Dominica und Seychellen von ihrer Liste der Steueroasen. Die Finanz- und Wirtschaftsminister der 27 Mitgliedstaaten bewilligten eine verkürzte Version ihrer Liste bei einem Treffen in Luxemburg am Dienstag. Amerikanisch-Samoa, Fidschi, Guam, Palau, Panama, Samoa, Trinidad und Tobago, die Amerikanischen Jungferninseln und Vanuatu sollen weiter auf der EU-Liste nicht-kooperativer Gebiete stehen. Diese neun Länder und Gebiete fördern laut der EU „missbräuchliche Steuerpraktiken“, die die Steuereinnahmen von EU-Staaten untergraben. Anguilla, Dominica und die Seychellen werden nun im sogenannten «Annex II» der Liste aufgeführt. Auch Costa Rica, Hong Kong, Malaysia, Nordmazedonien, Katar und Uruguay wurden zu dem Dokument hinzugefügt. Dort stehen Gebiete, die in Steuersachen nicht kooperieren, aber Reformen versprochen haben, zum Beispiel was den Austausch von Steuerinformationen angeht. Australien, Eswatini (früher: Swaziland) und die Malediven wurden von dem Annex genommen, da sie nach Ansicht des Ministerrats die nötigen Reformen umgesetzt haben. Für die betroffenen Gebiete dürfte die Entscheidung vor allem eine Auswirkung auf ihr Image haben. In den vergangenen Jahren ist der Druck auf Unternehmen gewachsen, ihre Gewinne nicht in Steuerparadiesen zu versteuern. Zuletzt enthüllte ein internationales Journalistenkonsortium am Sonntag mit den «Pandora Papers» unzählige Geschäfte von Politikern und reichen Persönlichkeiten, um Steuern zu sparen, beispielsweise durch Briefkastenfirmen. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Industrie und Handel 
  
Nächster Lieferengpass: In Hamburg, Rotterdam und Antwerpen stecken Container fest 
Nach den Verzögerungen im globalen Handel droht nun auch die Lieferkette zwischen den Nordseehäfen und dem Hinterland zu reißen. Leere Regale und steigende Preise dürften die Folge sein. Ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft, das dem Einzelhandel das Jahresergebnis retten soll, droht die Versorgungskette zwischen den Nordseehäfen und dem europäischen Hinterland zu reißen. „Wir bekommen unsere Container aus Häfen wie Rotterdam und Hamburg nicht mehr heraus“, klagt Guttmann, Importeur von Bilderrahmen, Spiegeln und Aktionsware für Einzelhändler wie Aldi. „Manche Artikel werden deshalb zum Fest wohl nicht mehr pünktlich und vollständig geliefert.“ Eine Mitgliederumfrage des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME), die dem Handelsblatt vorliegt, kommt zu demselben alarmierenden Schluss. (Quelle: handelsblatt.com, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
Deutscher Pkw-Markt im September: Rund ein Viertel weniger Neuzulassungen 
Im September wurden in Deutschland 197.000 Pkw neu zugelassen. Das sind 26 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In den ersten neun Monaten wurden 2,0 Mio. Pkw neu zugelassen. Der Vorjahreswert wurde damit um 1 Prozent unterschritten. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 wurden gut ein Viertel weniger Pkw neu zugelassen. Die Elektro-Neuzulassungen stiegen im September um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 56.550 Einheiten. Der Anteil von E-Pkw an den gesamten Neuzulassungen betrug somit 28,7 Prozent. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem August deutlich übertroffen. Die Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Pkw (BEV) legten um 59 Prozent zu, die von Plug-In-Hybriden (PHEV) um 13 Prozent - je im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die neuen Aufträge aus dem Inland gingen im September um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Seit Jahresbeginn liegt jedoch ein Plus von 3 Prozent vor. Das Auslandsgeschäft gab im September ebenfalls nach: Hier verbuchten die deutschen Hersteller einen Rückgang der Order von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Seit Januar gingen jedoch 12 Prozent mehr Aufträge aus dem Ausland ein im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.  
Die Produktion in den deutschen Automobilwerken ging im September ein weiteres Mal zurück. Insgesamt wurden 208.700 Pkw gefertigt (-44 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat). In den ersten neun Monaten belief sich die Inlandsproduktion auf 2,3 Mio. Pkw (-3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres). Lieferengpässe bei Halbleitern waren im abgelaufenen Monat erneut das bestimmende Produktionshindernis. Der Export fiel im September ebenfalls: Es wurden 154.400 Pkw (-43 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat) ins Ausland abgesetzt. Im bisherigen Jahresverlauf wurden knapp 1,8 Mio. Pkw an Kunden aus aller Welt ausgeliefert (-1 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres). (Quelle: VDA, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
Zulieferindustrie: Lieferketten zum Zerreißen gespannt
Die Zulieferindustrie steht unter starkem Druck, meldet die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ). Der Halbleitermangel führt zu signifikanten Produktionsausfällen in der Automobilindustrie und anderen wichtigen Abnehmerbranchen. Die kurzfristigen Ankündigungen von Werksschließungen setzen den Zulieferbetrieben in Deutschland enorm zu, gleichzeitig haben diese selbst massive Probleme bei der Rohstoffversorgung. Nach dem Coronaschock und den schlagartigen Auftragseinbrüchen im ersten Quartal 2020 stehen nach kurzer Erholung wieder die Bänder still. Hintergrund sind die Versorgungsunterbrechungen bei den Halbleitern, die in nahezu jedem Produkt verbaut werden. Für die vielen Zulieferbetriebe in Deutschland spitzt sich die Situation zu. Verbindlich bestellte Lieferungen werden kurzfristig, zum Teil mit einem Tag Vorlauf, storniert, LKWs müssen wieder umkehren. Die Auslieferungsläger der Zulieferer laufen voll, es entstehen enorme Mehrkosten für Logistik und Lagerung. Gleichzeitig verweigern die Abnehmer, wie z.B. Automobilhersteller, die Abnahme der bestellten Ware und wehren berechtigte Zahlungsansprüche ihrer Lieferanten mit dem Hinweis auf den Chipmangel ab. Den Lieferanten werden die notwendige Liquidität und die Planungsgrundlagen entzogen. Stabile und gegenseitig wertschätzende Beziehungen zwischen Fahrzeugindustrie und Zulieferung wären indes aktuell besonders wichtig. Die Zulieferer stehen ihrerseits unter nie dagewesenem Druck - bedingt durch die erheblichen Verwerfungen der weltweiten Lieferketten, in denen vergleichsweise kleine Störungen immer wieder enorme und langanhaltende Auswirkungen haben: Sie selbst müssen auf schwierigen Märkten einkaufen. Viele Rohmaterialpreise wie z.B. beim Stahl, bei Metallen und beim Kunststoff befinden sich auf historischen Höchstständen. Zum Teil sind die erforderlichen Mengen schlicht nicht verfügbar. Und gleichzeitig ziehen die Energiepreise stark an. Dadurch wird die Liquidität der Zulieferer zusätzlich belastet. Für viele mittelständische Unternehmen könnte dies das Aus bedeuten. (Quelle: ArGeZ, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
  
Energie und Umwelt 
 
Forderungen nach stärkerer Regulierung der Energiepreise in der EU werden lauter 
Angesichts stark steigender Energiepreise werden die Forderungen nach stärkerer Regulierung der Strom- und Gaspreise in der EU immer lauter. Frankreich, Spanien, Tschechien, Griechenland und Rumänien forderten am Dienstag ein „gemeinsames Vorgehen“ in Europa, um den Anstieg der Energiepreise zu bremsen. Der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Weber (CSU), plädierte für eine neue Strategie der EU zur Beschaffung von Rohstoffen. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Finanzminister der fünf EU-Länder unter anderem eine bessere Koordination der Maßnahmen der einzelnen Mitgliedstaaten gegen die „beträchtlichen“ Preiserhöhungen der vergangenen Monate. Sie fordern zudem eine Analyse des Gasmarkts, „um zu verstehen, warum sich die derzeitigen Verträge als unzureichend erwiesen haben“. Außerdem solle es gemeinsame Regeln für die Gasspeicherung geben, um den Preisanstieg abzufedern. Die EU-Länder sollten „die Abhängigkeit Europas von den Gasexportländern so schnell wie möglich verringern“, erklärten sie unter Anspielung auf Russland, dem viele EU-Politiker die Schuld an den Preiserhöhungen zusprechen. Außerdem forderten die Minister eine Reform der Strombörsen. Die Energiekosten der Verbraucher müssten besser mit den durchschnittlichen Kosten der Stromerzeugung in jedem Land verknüpft werden. EVP-Fraktionschef Weber sagte der „Bild“ (Mittwochsausgabe), der „größte Gewinner eines kalten Winters in Europa“ werde Russlands Präsident Putin sein. „Um unsere Macht gegenüber den Russen zu stärken, sollten wir uns auf ein europäisches Konzept für die Beschaffung von Gas und Öl einigen“, schlug Weber vor. Inzwischen fordert unter anderem auch Deutschlands größter Ammoniakproduzent SKW Piesteritz wegen der teuren Energie ein Eingreifen der Politik.  (Quellen: AFP, handelsblatt.com, M+E-Newsletter Gesamtmetall) 
  
Windkraftbranche fordert mehr Tempo beim Offshore-Ausbau 
Ein deutlich schnellerer Ausbau der Windparks und ein Einstieg in die Wasserstoff-Produktion auf hoher See sind nach Überzeugung der Offshore-Branche unerlässlich für das Erreichen der Klimaziele. Die neue Bundesregierung müsse das Tempo bei diesem Thema spürbar erhöhen, forderte der Vorstandschef des Windindustrie- und Wasserstoffverbandes WAB, Assheuer, in Bremerhaven. „Wir müssen jetzt Gas geben, um die Ziele zu erreichen.“ Beim Ausbau der Offshore-Kapazitäten sei ein Zwischenziel von 35 Gigawatt (GW) installierter Leistung bis 2035 notwendig – zu dem zusätzlich der Bedarf an grünem Wasserstoff aus Windenergie auf See gerechnet werde müsse. Derzeit sind es rund 7,8 GW. Der Bund plant einen Offshore-Ausbau von 40 GW bis 2040. „Viel zu wenig“, fanden neben Assheuer auch Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Lies (SPD) und Bremens Wirtschaftssenatorin Vogt (Linke). „Wir wissen, dass das Potenzial bei mindestens 60 Gigawatt liegt. Und die werden wir brauchen, um die ehrgeizigen Ziele beim Klimaschutz zu erreichen“, betonte Vogt zum Auftakt der Windforce Conference 2021 in Bremerhaven. An dem Branchentreffen nehmen bis zum Mittwoch rund 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teil. Die Offshore-Branche dringt auf rasche Genehmigungsverfahren für Flächen zur Wasserstoff-Herstellung direkt an den Windkraftanlagen. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)