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Land sieht breite Zustimmung der Frankreichstrategie im Saarland

Mit der Frankreich-Strategie hat sich das Saarland zum Brückenkopf Deutschlands in Richtung Frankreich erklärt. Jetzt zieht es eine positive Bilanz.

Die Landesregierung sieht bei der Bevölkerung im Saarland eine breite Zustimmung zur eingeschlagenen Frankreich-Strategie. Das zeigt eine Antwort der Regierung auf eine Anfrage des Linken-Politikers Oskar Lafontaine. Knapp 62 Prozent hätten sich in einer Umfrage im Jahr 2017 für die Strategie ausgesprochen. „Die zum Ziel gewordene Vision, dass das Saarland in einer Generation mehrsprachig und damit auch das einzige mehrsprachige Bundesland sein soll, wird von einer breiten Mehrheit geteilt“, heißt es in der Erklärung. Neben dem Ziel der Mehrsprachigkeit habe die Saarland-Strategie aber auch den Ansatz, das Saarland als Ort mit einer besonderen Kompetenz für Beziehungen zu Frankreich und der frankophonen Welt zu stärken. Dabei komme dem Büro des Saarlandes in Paris eine besondere Rolle zu. Mit zahlreichen Aktivitäten, Treffen und Veranstaltungen erreiche das Saarland eine hohe Sichtbarkeit. Das Saarland sei das einzige Bundesland, das vor Ort eine eigene Anlaufstelle bietet.

Auch ökonomisch habe die Frankreichstrategie Relevanz, schreibt die Landesregierung. „Die Exporte nach Frankreich in Höhe von mehr als 2,3 Milliarden Euro pro Jahr belegen die starke Orientierung der saarländischen Wirtschaft in diese Richtung. Seit 2017 ist Frankreich wieder der wichtigste Handelspartner des Saarlandes, noch vor dem Vereinten Königreich und den USA. Wesentliche Ansiedlungserfolge der vergangenen Jahre seien auch auf die Nähe zu Frankreich und den Zugang zum französischen Arbeits- und Absatzmarkt zurückzuführen.

Mit der Einführung der Frankreich-Strategie sei auch das Französisch-Angebot im Bildungsbereich ausgebaut worden. In den allgemeinbildenden Schulen des Saarlandes würden heute 15.400 Schüler Französisch lernen, heißt es in der Mitteilung. Vor Beginn der Frankreich-Strategie, im Jahr 2013, waren es 12.340. Die Anzahl bilingualer Kindergärten sei seit 2014 von 190 auf 245 gestiegen. Damit verfolgten mittlerweile mehr als die Hälfte der 480 Einrichtungen ein solches Konzept.

Eiffelturm vor Frankreich-Fahne
Foto: Adobe Stock/Lazyllama